Bei Rieter sind in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres Bestellungen im Wert von 718,4 Millionen Schweizer Franken eingegangen. Das sind 22 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Allerdings kam der Schwung zuletzt etwas abhanden: Im dritten Quartal 2016 stieg der Bestellungseingang um lediglich 4,5 Prozent auf 207,7 Millionen Schweizer Franken, teilte das Unternehmen mit.

Rieter begründet dies mit einer zuletzt deutlich sinkenden Nachfrage nach Neumaschinen in der Türkei. «Gute Markterfolge» habe man derweil in Indien verbucht, und auch die Nachfrage in China habe sich leicht belebt. Produktseitig habe sich die Nachfrage nach Kompaktspinnsystemen «insgesamt positiv» entwickelt, während der Markt für Rotorspinnsysteme auf einem niedrigen Niveau geblieben sei. Die ausgewiesenen Werte liegen unter den Erwartungen der Analysten. Rieter hat anlässlich seines «Investor Updates» den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2016 konkretisiert.

Starkes Geschäft mit Neumaschinen

Einen deutlich höheren Bestellungseingang von 477,6 Millionen Schweizer Franken (+47 Prozent) erwirtschaftete Rieter im Geschäftsbereich Machines & Systems. Im dritten Quartal habe man im Neumaschinengeschäft Bestellungen im Gegenwert von 134,2 Mio entgegengenommen, das sind gut 37 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wie erwähnt sei der in der Türkei realisierte Bestellungseingang im dritten Quartal deutlich unter dem in den ersten Monaten des Jahres 2016 erzielten Niveau gelegen.

Der Geschäftsbereich After Sales (nachgelagerte Dienstleistungen) verbesserte den Bestellungseingang den Angaben zufolge um 6 Prozent auf 103,3 Millionen Schweizer Franken. Zum Wachstum hätten unter anderem das steigende Ersatzteilgeschäft in der Türkei, in Indien und in China beigetragen. Die Bestellvolumen im dritten Quartal hätten mit 32 Millionen Schweizer Franken auf dem Niveau der Vorjahresperiode gelegen.

Der Bestellungseingang im Geschäftsbereich Components (Technologiekomponenten und Serviceleistungen) ging gar um 17 Prozent auf 137,5 Millionen Franken zurück; im dritten Jahresviertel um 39 Prozent auf 41,5 Millionen. Im Unterschied zum ausserordentlich starken Vorjahresquartal hätten sich die Kunden in China und Indien mit der Vergabe von Grossaufträgen zurückgehalten, so Rieter.

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Ausblick konkretisiert

Die Kostensenkungsprogramme liefen derweil planmässig ab, insbesondere die Massnahmen zur Anpassung der Produktion in Winterthur. Rieter strebe weiterhin an, dadurch Kostensenkungen von rund 15 bis 20 Millionen Schweizer Franken ab 2017 zu realisieren, heisst es weiter.

Der Ausblick für 2016 wird etwas konkretisiert. So geht Rieter sowohl bei Umsatz und Profitabilität weiterhin von einem deutlich stärkeren zweiten Halbjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr aus. Für das Gesamtjahr 2016 erwartet das Unternehmen einen Umsatz in der Grössenordnung von rund 940 Millionen Schweizer Franken, eine Ebit-Marge von rund 5 bis 6 Prozent und einen Reingewinn von rund 3,5 bis 4,5 Prozent des Umsatzes.

Die Visibilität bezüglich der Nachfrageentwicklung bleibe jedoch weiterhin gering, fügt Rieter an. Man gehe davon aus, dass sich das Marktumfeld in den nächsten Monaten nicht wesentlich verändern werde.

(awp/chb)