Die Nachrichten sind gut: Die Schweizerische Nationalbank beispielsweise spricht in ihrem Artikel in der vorliegenden Immobilienbeilage von einer «erstaunlich robusten Baukonjunktur». Trotz Rezession wird in der Schweiz gemauert, was das Zeug hält. Hauptgrund dafür ist ein Ausläufer der Finanzkrise: Wenn in den Aktienmärkten die Kurse auf Berg-und-Tal-fahrt sind, lernen die Anleger Investitionen in Stahl, Beton und Eisen wieder zu schätzen. Die Anlageklasse Immobilien gilt heute fast schon als der Weisheit letzter Schluss.

An diesem Punkt setzt der vorliegende Special «Immobilien» an. Denn wenn alles auf den Immobilienmarkt drängt, stellen sich zwei Fragen: Besteht, erstens, die Gefahr, dass sich im Immobilienmarkt nun doch noch eine Blase bildet? Institutionelle Investoren klagen inzwischen, sie fänden kaum noch Möglichkeiten, ihre Gelder anzulegen - zu fantastisch seien die Preise, die beispielsweise für Mehrfamilienhäuser im Grossraum Zürich bezahlt würden. Dennoch: Insgesamt scheint der Markt die schlimmsten Übertreibungen zu verhindern, wie Teddy Keifer, CEO des führenden Schweizer Maklernetzwerks Remax, sagt: «Objekte wurden zwar zu deutlich überrissenen Preisen angeboten. Diese Anbieter müssen jetzt aber mit den Preisen runter», sagt Keifer.

Die zweite Frage stellt sich zur Finanzierung und Risikostreuung: Seit Beginn der Krise haben Immobilieninvestitionen deutlich zugenommen. Doch haben die Investoren mit den neuen Finanzierungs- und Investitionsmöglichkeiten Schritt gehalten, die ihnen zur Verfügung stehen?

So verfügen Finanzspezialisten heute über ausgereifte Methoden, mit denen sich Investoren gegen das Hypothekarzinsrisiko absichern können. Anleger mit grossen Portefeuilles sollten die Frage prüfen, ob sie wirklich auf die altbekannten Festhypotheken setzen wollen, oder ob es nicht an der Zeit wäre, neue Finanzierungsmethoden auszuprobieren - Methoden, deren Funktionieren schwieriger zu verstehen ist als das einer Festhypothek, die aber einen Vorteil haben, der jeder auf den ersten Blick begreift: Es lässt sich viel Geld sparen.

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Sinnvoll ist es auch, die Immobilieninvestition nicht einfach auf den Kauf von Aktien aus dem Immobiliensegment oder von Fonds zu beschränken. So bieten sich geschlossene Investitionen in einzelne Liegenschaften an, oder neue Private-Equity-Modelle in Form von nicht börsenkotierten Kapitalgesellschaften. Denn auch bei den Investitionsformen gilt: Je breiter die Risiken gestreut werden, desto besser.