Langsam, aber sicher kehrt der Risikoappetit wieder zurück. Bereits das achte Mal in Folge ist im August 2009 der von State Street berechnete Vertrauensindex von institutionellen Investoren geklettert. Der Wert lag bei 122,9 ? bei einer Kennzahl von 100 bauen Anleger ihre Risikopositionen weder aus noch ab. Höhere Werte widerspiegeln steigende Risikobereitschaft.

Gerade bei Pensionskassen besteht jetzt Handlungsbedarf. Das letzte Jahr hat Deckungslücken hinterlassen, die es aufzufüllen gilt. Neben den notwendigen Sanierungsmassnahmen müssen sich die Verantwortli-chen mit der Frage auseinandersetzen, wie sich grosse Schwankungen des Deckungsgrades künftig vermeiden lassen.

Die Strategieberater der Credit Suisse sprechen sich für ein risikobasiertes Asset Management aus. Dabei wird eine Vermögensuntergrenze bestimmt, die nicht unterschritten werden soll. Das übersteigende Vermögen bildet einen Puffer und steht für risikoreichere Anlagen zur Verfügung. In steigenden Märkten erhöht sich der Puffer und damit das Exposure etwa in Aktien. Denn ein vollständiger Verzicht auf Risiko ist nicht möglich: «Wenn Vorsorgeeinrichtungen die Unterdeckung nicht auf Jahre hinaus zementieren wollen, müssen sie gezielt Risiken eingehen», so Othmar Simeon, Leiter der Personalvorsorgeberatung von Swisscanto. Keine Option ist eine Strategie, die gar keine Aktien einsetzt. Denn bei einem sehr konservativen Portefeuille mit einer Aktienquote von Null liege die erwartete Rendite bei weniger als 3% jährlich und damit deutlich unter der Sollrendite, führt Simeon aus.

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Gerade den Versicherern wird vorgeworfen, sie verpassten wegen ihrer tiefen Aktienquote den Aufschwung an den Börsen. David Blumer, Leiter Asset Management der Swiss Re, erklärt gegenüber der «Handelszeitung»: «Vielfach ist es uns gar nicht möglich, Versicherungsrisiken mit Aktien abzusichern, da unsere Anlagestrategie dem langfristigen Versicherungsgeschäft Rechnung tragen muss.» So beständen rund 90% der Anlagen aus festverzinslichen Investitionen, so Blumer weiter.

Während sich die Stimmen mehren, welche bald ein Ende der Krise sehen, bleibt Blumer vorsichtig. Zwar habe sich die Lage stabilisiert. «Doch der Konsum in den USA, die Arbeitsmarktentwicklung und die Staatsverschuldung sind Faktoren, die wir jeweils besonders genau betrachten», erläutert Blumer.