Roche erhöht im Übernahmekampf um das US-Gentechnik-Unternhmen Illumina sein Angebot von 44,50 auf 51 US-Dollar je Aktie. Alle sonstigen Bedingungen des Übernahmeangebots bleiben unverändert, teilte Roche mit.

Der Basler Pharmakonzern betont, weiterhin eine einvernehmliche Übernahmevereinbarung anzustreben. Man sehe der Möglichkeit eines raschen Abschlusses, der den Illumina-Aktionären einen sofortigen Gegenwert biete, zuversichtlich entgegen. «In unseren Diskussionen mit Illumina-Aktionären haben wir festgestellt, dass ein Interesse daran besteht, den Übernahmeprozess zu beschleunigen. Daher erhöhen wir unser Angebot auf 51 Dollar je Aktie», lässt sich Roche-CEO Severin Schwan zitieren.

Illumina rät seinen Aktionären zum Abwarten: Die Aktionäre sollten im Hinblick auf die auf 51 Dollar je Aktie aufgestockte Offerte derzeit keine Entscheidung treffen, teilt das Unternehmen mit. Der Verwaltungsrat werde den neuen Vorschlag von Roche prüfen und den Aktionären «zu gegebener Zeit» eine Empfehlung unterbreiten, heisst es weiter.

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Roche preist seine Offerte an

In einem Schreiben von Roche-Verwaltungsratspräsident Franz Humer an Illumina-Präsident und CEO Jay Flatley heisst es, Roche habe während der vergangenen Wochen eine Reihe produktiver Diskussionen mit Aktionären von Illumina geführt und die Reaktion des Marktes auf das Übernahmeangebot beobachtet.

Zudem habe man auch Kenntnis davon genommen, dass Illumina den Preis von 44,50 Dollar je Aktie als ungenügende Diskussionsbasis erachtet habe.

Das nun erhöhte Übernahmeangebot entspreche einer Prämie von 15 Prozent gegenüber der am 25. Januar 2012 gemachten Offerte und 88 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Illumina-Aktie am 21. Dezember 2011, bevor im Markt Gerüchte über eine mögliche Transaktion aufgetaucht waren. Das erhöhte Angebot entspreche auch dem 34,1-fachen der Konsensus-Gewinnschätzungen für 2012.

Sollte Illumina sich weiterhin weigern ...

Humer drückt in seinem Schreiben weiter die Hoffnung aus, dass Flatley den neuen Preis als «sehr attraktives Angebot für die Aktionäre» erkenne und dass das Interesse der Aktionäre und die treuhänderische Verantwortung des Verwaltungsrates zu Diskussionen zwischen beiden Unternehmen führten. Sollte Illumina sich weiterhin weigern, in Verhandlungen zu treten, sehe sich Roche gezwungen, unilateral eine Transaktion anzustreben.

Eine Stellungnahme von Seiten Illumina war zum Berichtszeitpunkt nicht erhältlich. Zuletzt hatte sich Illumina im Vorfeld der Generalversammlung vom 18. April 2012 in einem zweiten Schreiben an die Aktionäre gewandt. Der Illumina-Verwaltungsrat sei der Ansicht, dass das feindliche Angebot von Roche (zu 44,50 Dollar je Aktie) das Unternehmen sehr stark unterbewerte, so das Schreiben vom vergangenen Montag. 

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Der Basler Konzern hatte zuletzt vergangenen Montag die Angebotsfrist für die Illumina-Aktien verlängert bis zum 20. April. Zum damaligen Zeitpunkt waren Roche lediglich gut 144'000 Illumina-Aktien angedient worden. Dies entspricht weit unter einem Prozent der insgesamt ausstehenden 122,3 Millionen Titel. Die sieben grössten institutionellen Anleger halten mehr als die Hälfte der Illumina-Aktien. Am Mittwoch schlossen die Illumina-Aktien auf 49,88 Dollar.

(tno/chb/awp)