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Architektur
Roche eröffnet höchstes Gebäude der Schweiz

Roche holt die Krone für das höchste Gebäude der Schweiz nach Basel zurück. Doch der 550-Millionen-Franken-Bau von Herzog & de Meuron ist umstritten. Kritiker bemängeln die Dominanz des Turms.

Veröffentlicht am 18.09.2015

In Basel wird heute Freitag das höchste Gebäude der Schweiz eingeweiht. Der 178 Meter hohe Bau 1 des Pharmakonzerns Roche überragt den Zürcher Prime Tower als bisherigen Rekordhalter um 52 Meter.

Der Büroturm mit 41 Stockwerken kostet 550 Millionen Franken. Bis im kommenden Frühling sollen rund 2000 Roche-Angestellte, die derzeit noch auf diverse Lokalitäten in ganz Basel verteilt sind, ihre neuen Arbeitsplatz in dem von den einheimischen Stararchitekten Herzog & de Meuron entworfenen Hochhaus bezogen haben.

Roche überholt sich selbst

Im Gegensatz zum Zürcher Prime Tower wird der Basler Roche-Turm für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sein. Zwar befindet sich zuoberst im Bau 1 ebenfalls ein Restaurant, dieses bleibt aber dem Personal des Pharma- und Diagnostika-Konzerns vorbehalten.

Seine Position als höchstes Gebäude des Landes wird der Bau 1 voraussichtlich nur für rund sechs Jahre behaupten können. Schon 2021 soll ihm auf dem Roche-Areal der 205 Meter hohe Bau 2 den Rang ablaufen. Dieses Bürogebäude will der Konzern im Zuge seiner im Oktober 2014 vorgestellten Arealentwicklung realisieren.

Investition von drei Milliarden Franken

Geplant ist zudem ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum. Innerhalb von zehn Jahren will Roche an seinem Konzernsitz rund drei Milliarden Franken investieren. Mit der Verdichtung des historisch gewachsenen Areals will der Konzern möglichst viele der insgesamt 9000 Arbeitsplätze in Basel an einem Standort konzentrieren.

Weil sich das 120'000 Quadratmeter grosse Roche-Areal flächenmässig nicht vergrössern lässt, soll der zusätzlich benötigte Platz durch den Bau von höheren Gebäuden gewonnen werden. Diese Strategie ist indes nicht unumstritten.

Umstrittenes Wahrzeichen

Gingen gegen den Bau 1 noch 19 Einsprachen ein, ist der Widerstand gegen den 27 Meter höheren Bau 2 nun deutlich grösser. Gegen den Bebauungsplan reichten 89 Anwohner und Hausbesitzer Einsprachen ein. Bei den Basler Behörden geht man jedoch davon aus, dass diese das Projekt kaum verzögern werden.

Schon mit dem Bau 1 hat Basel ein neues Wahrzeichen erhalten, das von weitem zu sehen ist, für manche aber zu stark die Silhouette prägt. Zu den schärfsten Kritikern des Büroturms gehört der frühere Basler Stadtbaumeister Carl Fingerhuth, der den Bau schon zwei Jahre vor der Fertigstellung als bisher «gewalttätigste und respektloseste Architektur« der Schweiz bezeichnete.

In seiner städtebaulichen Haltung dominiere das Projekt alle bestehenden Schichten von Basel und mache sich selbst zum Zentrum der Aufmerksamkeit, kritisierte Fingerhuth in einem 2013 in der «Neuen Zürcher Zeitung» publizierten Beitrag. Für den 1936 geborenen ETH-Architekten ist unverständlich, dass die Politik und die Fachwelt zu diesem Projekt geschwiegen haben.

(sda/me)

 

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