Das US-Gentechnik-Unternehmen Illumina wendet sich in Sachen Übernahme-Offerte des Pharma-Konzerns Roche ein weiteres Mal an seine Aktionäre. In einem vierten Schreiben vom 9. April 2012 betont Illumina mit Verweis auf zwei unabhängige Einschätzungen, dass das Angebot des Basler Konzerns weiterhin viel zu tief sei.

Gleichzeitig werden die Aktionäre im Hinblick auf die Generalversammlung vom 18. April dazu aufgefordert, für die von Illumina nominierten Verwaltungsräte und gegen jene von Roche zur Wahl vorgeschlagenen VR-Mitglieder zu stimmen, wie der Webseite von Illumina zu entnehmen ist.

Roche gibt nicht auf

Vergangene Woche hätten zwei unabhängige Berater von institutionellen Anlegern - die Institutional Shareholder Services (ISS) und Egan Jones - ihren Kunden für die GV zur Annahme der VR-Wahlvorschläge von Illumina geraten. «das aktuelle Angebot von 51 USD kompensiert den Verzicht auf das mögliche sehr grosse langfristige Potenzial nicht, den die Aktionäre derzeit mit einem Verkauf eingehen würden und reicht auch nicht aus, um die Illumina-Aktionäre zu einer Unterstützung der VR-Wahlvorschläge von Roche zu bewegen», wird aus dem «M&A Edge Report» von ISS vom 6. April zitiert. Im Weiteren sei auch die von Roche erhöhte Offerte nicht hoch genug, um Anlass zu einem Verhandlungsbeginn zu geben, wird ISS weiter angeführt.

Im Schreiben betont der Illumina-Verwaltungsrat einmal mehr das Zukunftspotenzial des Unternehmens. Genetische Informationen stünden kurz davor über die molekulare Forschung und Entwicklung hinaus in den Bereichen klinische Diagnose, personalisierte Medizin und weiteren zukunftsträchtigen Märkten zur Anwendung zu kommen. Illumina sei einzigartig positioniert, um diese Entwicklungen in der Zukunft zu nutzen.

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Roche: Angebot ausreichend

Derweil gibt sich Roche weiterhin an einer Übernahme von Illumina interessiert und hat übers Osterwochenende eine mögliche Erhöhung der Offerte angedeutet. Zwar gab sich Roche in einer Mitteilung vom Freitagabend enttäuscht darüber, dass ISS den Illumina-Aktionären dazu geraten hatte, nicht für die vom Pharma-Konzern nominierten VR-Kandidaten zu stimmen. Doch wurde betont, dass ISS Roche als «ausgezeichneten Partner» für Illumina sehe.

Darüber hinaus hielt Roche-CEO Severin Schwan in der Mitteilung fest, dass Roche weiterhin an Verhandlungen mit Illumina interessiert sei und er das aktuelle Angebot als mehr als ausreichende Basis dazu erachte. Falls Gespräche aufgenommen und Illuminas Bücher geprüft werden könnten, sei eine weitere Aufstockung des Angebots möglich, so die Mitteilung von Roche weiter.

An der Nasdaq schlossen die Illumina-Aktien am Ostermonat um 0,6 Prozent höher auf 52,62 Dollar. Der Nasdaq-Index sank indessen um 1,1 Prozent.

(muv/chb/awp)