Der russische Roche-Rivale Biocad erhebt schwere Vorwürfe gegen die Basler. Roche soll russische Ärzte für die Abgabe von Roche-Medikamenten bezahlt haben. Die Rede ist von einer «endlosen» Liste von «illegalen Kickback-Zahlungen». Dieses System sei von Roche-Managern in Moskau gefördert worden. Darüber berichtet die «Handelszeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe.

Biocad stützt die Vorwürfe auf Unterlagen, die ein Whistleblower den Russen im letzten September zur Verfügung stellte. Laut den Unterlagen sei die Roche-Zentrale in Basel über die vermeintlich illegalen Praktiken in Russland informiert gewesen, habe die Missstände aber geduldet. Die Zustände hielten bis heute an, klagt das Biotech-Unternehmen.

Spitzenplatz verloren

Biocad ist der ärgste Roche-Widersacher in Russland und ein Darling von Kreml-Chef Wladimir Putin. Die Firma hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem führenden Hersteller von biotechnologisch produzierten Medikamenten entwickelt. Sie hat sich auf Kopien der Roche-Medikamente Avastin, Herceptin und Rituxan spezialisiert. In Russland ist sie mittlerweile Marktführer – noch vor Roche.

Mit ihrer aggressiven Gangart ist die Biotech-Firma schon mehrmals mit dem fast hundertmal grösseren Unternehmen vom Rheinknie zusammengestossen. Die Anschuldigungen im aktuellen Streit überbieten aber alles Bisherige. Roche weist sämtliche Vorwürfe zurück. «Die Anschuldigungen von Biocad gegenüber Roche entbehren jeder Grundlage», sagt Konzernsprecherin Ulrike Engels zur «Handelszeitung». Der Konzern reagiert mit einer Gegenklage.

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