Der Pharmakonzern Roche vermeldet positive Zwischenergebnisse mit dem Produktkandidaten ACE910 zur Behandlung der Bluterkrankheit Hämophilie A. Am Jahreskongress der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) in Toronto seien positive Ergebnisse einer Nachfolgestudie präsentiert worden, teilt Roche am Dienstag mit.

Konkret habe es sich um eine Nachfolgeüberprüfung der Phase-I/II-Studie ACE002JP gehandelt, die mit japanischen Patienten durchgeführt wurde, wie die Roche-Tochter Chugai gleichentags mitteilte. Die erste Studie habe die Wirksamkeit des Medikaments in den ersten zwölf Wochen der Behandlung untersucht.

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Ermutigende Resultate

Die neue Studie untersuchte die Wirksamkeit nach knapp sechs bis knapp 19 Monaten. Die Resultate seien ermutigend, wie Roche mitteilt. Die prophylaktische Wirksamkeit habe sich in tieferen Blutungsraten bestätigt. Die Verträglichkeit sei unverändert zur ersten Studie.

«Wir sind durch diese ersten Studien ermutigt», lässt sich Sandra Horning, Chief Medical Officer von Roche, in der Mitteilung zitieren. Es sei das Ziel, Ende 2015 und 2016 Phase-III-Studien zu lancieren.
Bei ACE910 handelt es sich gemäss Mitteilung um einen humanisierten, bi-spezifischen monoklonalen Antikörper. Dieser bindet gleichzeitig an die Faktoren IXa sowie X und ahme so den Blutgerinnungsfaktor VIII nach.

Blutgerinnung gestört

Hämophilie ist eine Erbkrankheit, bei der die Blutgerinnung gestört ist. Das Blut aus Wunden gerinnt nicht oder nur langsam. Von Hämophilie A sind nahezu ausnahmslos Männer betroffen, hier kommt es zu einem Mangel am Blutgerinnungsfaktor VIII. Gemäss wissenschaftlichen Publikationen ist davon 1 von 6000 Personen betroffen.

(awp/me)