Nach der Bekanntgabe der Übernahme des US-Biopharmaunternehmens Intermune rechnet der Pharmakonzern Roche mit einer steigenden Nettoverschuldung. Bisher wollte Roche die Nettoverschuldung zur Bilanzsumme auf unter 15 Prozent drücken.

«Ohne die Übernahme von Intermune hätten wir das Ziel sehr bald erreicht», sagt CEO Severin Schwan im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft». Er zeigt sich aber überzeugt, dass der Schuldenabbau trotz der Übernahme «sehr schnell» vonstattengehen wird.

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Potenzial für einen Blockbuster

Auf den hohen Preis für die Übernahme von 8,3 Milliarden Dollar angesprochen meinte Schwan, das Produkt habe Blockbuster-Potenzial. In den USA gebe es mehr als 100'000 Personen, die an idiopathischer Lungenfibrose leiden würden. Auch in Europa gehe er von ähnlichen Zahlen aus.

Das seien Grössenordnungen, die durchaus auch in einigen Bereichen der Onkologie zu finden seien. Die Kosten für die medikamentöse Behandlung mit Pirfenidone in Europa und Kanada beziffert er auf 40'000 USD. Über Preise in den USA wollte er noch keine Angaben machen.

«Wir sind zuversichtlich»

Das Produkt soll auch bald in den USA auf den Markt kommen. Derzeit wird es von der zuständigen US-Behörde geprüft. Schwan rechnet mit einer Entscheidung bis zum 23. November. «Wir sind zuversichtlich, dass er positiv ausfällt», so der CEO.

Im Hinblick auf die Margen sagte der Roche-Chef, das Medikament sei hochspezialisiert. Die Marge lasse sich vor diesem Hintergrund gut mit derjenigen der eigenen Krebsmedikamente vergleichen.

(awp/dbe/gku)