Der Pharmakonzern Roche trifft Massnahmen zur Reorganisation seines Life-Science-Geschäfts und löst den Geschäftsbereich Applied Science per Ende 2013 auf. Das Produktportfolio wird in den Bereich der klinischen Diagnostik von Roche integriert. Das Unternehmen werde sich aber auch künftig auf dem Gebiet der Life Sciences engagieren. Durch die geplanten Anpassungen würden aber die Produktivität und Flexibilität des Geschäfts erhöht, was erlaube, besser auf Marktentwicklungen zu reagieren.

Preisdruck und Mittelkürzungen würden das Marktumfeld in der Life-Science-Forschung schon seit geraumer Zeit prägen und voraussichtlich weiterbestehen, begründet Roche am am Morgen den Schritt. Das Life-Science-Geschäft mache rund 7 Prozent der Gesamtverkäufe der Division Diagnostics aus. Der Ausblick des Konzerns für das Geschäftsjahr 2013 bleibt unverändert, so Roche.

Die Reorganisation werde voraussichtlich rund 110 Stellen in Penzberg (Deutschland) und 60 Stellen in Branford (USA) betreffen. Roche setze sich dafür ein, dass Entlassungen «umsichtig» durchgeführt werden und für die betroffenen Mitarbeitenden eine sozial verträgliche Lösung gefunden wird.

Roche habe gleichzeitig ihr F+E-Sequenzierungsportfolio geprüft und entschieden, das ISFET-Projekt zur Entwicklung eines Sequenzierungssystems auf Halbleiterbasis an DNA Electronics zurückzugeben. Das Produkt wäre bei einer Einführung nicht kompetitiv genug. Roche habe ausserdem ihre Zusammenarbeit mit IBM zur Entwicklung einer Sequenzierungsplattform auf der Basis von Nanoporen beendet, da das Projekt mit hohen technischen Risiken behaftet sei.

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(tke/tno/awp)