Der Basler Pharmakonzern Roche zahlt von allen Medikamentenherstellern am meisten Geld oder geldwerte Leistungen an Ärzte und Spitäler in den USA, nämlich 218 Millionen Dollar. Das zeigen die Recherchen der «Schweiz am Sonntag», gestützt auf eine neue Datenbank, die im weltweit wichtigsten Medikamentenmarkt seit dieser Woche erstmals alle Zuwendungen offenlegt.

Der Basler Pharmakonzern Novartis zahlte 91 Millionen Dollar. Insgesamt legt die Datenbank Zahlungen von 3,5 Milliarden Dollar offen. Davon machen allein die vier Schweizer Konzerne Roche, Novartis, Actelion und Nobel Biocare 315 Millionen Dollar oder 9 Prozent aus.

Heikel sind üppige Einladungen

Mit der Offenlegung der Zahlungen macht das US-Gesundheitsministerium Druck auf Pharmaindustrie und Ärzte, die sich dem Generalverdacht ausgesetzt hatten, bestechlich zu sein. Heikel sind vor allem jene Zuwendungen, die nichts mit der Forschung zu tun haben, beispielsweise üppige Reisespesen, Einladungen zu fürstlichen Essen oder die Unterbringung in teuren Hotels.

Die Pharmabranche findet dagegen, es sei nichts als fair, Ärzten die Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten zu zahlen, wenn sie Vorträge halten oder die Konzerne beraten.

(me)