▶︎ Bilanzsumme

Die Credit Suisse (CS) war Ende 2020 um 23 Prozentkleiner als 2011. Unteranderem sind ihre Handelsbestände um 122 auf 157 Milliarden Franken geschrumpft. Die CS gehe heute geringere Marktrisiken ein, sagt Andreas Venditti, Finanzanalyst der Bank Vontobel.

▶︎ Ausleihungen netto

Um einen Viertel erhöht hat die CS ihre um Wertberichtigungen korrigierten Kreditrisiken seit 2011. Insbesondere die Ausleihungen an Privatkunden sind massiv gestiegen. Das Geschäftsmodell, Unternehmer privat und kommerziell mit Krediten zu versorgen, führt immer wieder zu Verlusten.

▶︎ Verwaltete Vermögen

Neugelder in der Höhe von 406,5 Milliarden Franken akquirierte die Credit Suisse zwischen 2011 und 2020. Die verwalteten Vermögen stiegen allerdings trotz Börsenboom nur um 378 Milliarden. Das Wachstum von rund 33 Prozent fällt weit tiefer aus als bei der Konkurrentin UBS.

▶︎ Den Aktionären zurechenbarer Reingewinn

Im Schnitt beliefen sich die Gewinne auf 900 Millionen Franken pro Jahr. Laut Venditti entspricht das einer durchschnittlichen Eigenkapitalrendite von 2 Prozent. Um mit dem aktuellen Geschäftsmodell die Kapitalkosten zu erwirtschaften, müsste der Jahresgewinn mehr als 4 Milliarden betragen.

▶︎ Aufwand-Ertrag-Verhältnis

Die CS ist seit 2011 um rund 10 Prozent effizienter geworden. Aber die Ertragskraft schwächen jährlich wiederkehrende Kosten von mehr als 1 Milliarde für Rechtshändel, Verluste auf Altlasten aus der Finanzkrise und hohe Boni, insbesondere in der Geschäftseinheit Investmentbanking.

▶︎ Die Leverage-Ratio des Kernkapitals

Die Verschuldungsquote sinkt wegen der Verluste im ersten Quartal dieses Jahres auf das Niveau von 2019. Aber insgesamt ist die CS seit 2014 dank der Kürzung der Bilanzsumme und drei Eigenkapitalerhöhungen sicherer geworden. Dennoch bleibt die Kapitaldecke dünn.

▶︎ Dividende pro Aktie

Als Urs Rohner 2004 zur CS stiess, belief sich die Dividende auf 1.50 Franken pro Aktie. 2007 waren es gar 2.50 Franken. 2011 gab es noch 75 Rappen. Für 2020 wird die Dividende wegen der im ersten Quartal dieses Jahres erlittenen Milliardenverluste um 19 Rappen auf 10 Rappen gekürzt. 

▶︎ Mitarbeitende auf Vollzeitbasis

Ex-CEO Tidjane Thiam verordnete der Bank zwischen 2015 und 2018 einen Personalabbau. In der Schweiz fielen dem Sparprogramm rund 1400 Stellen zum Opfer. Zudem wurden weniger externe Teilzeitmitarbeitende wie Berater angeheuert. Ende 2020 waren es 13'210 – rund 10'000 weniger als 2016.

▶︎ Vergütung von VR-Präsident Urs Rohner

Er verdiente ab 2011 inklusive Dividenden, Sozialbeiträgen und Spesen total 43,4 Millionen Franken. Ab 2004 bezog er als Chefjurist und später auch als COO sowie ab 2009 als VR-Vizepräsident mehr als15 Millionen. Dazu kamen 2010 für ein spezielles Vergütungsinstrument 9 Millionen.

▶︎ Der Aktienbesitz von Urs Rohner

Rund 4 Millionen Franken sind Rohners CS-Aktien wert. Wegen Verlusten oder von der Bank bezahlter Bussen verzichtete Urs Rohner ab 2015 auf Titel im Wert von 5,65 Millionen Franken. Jährlich hatte Rohner Anspruch auf Aktien im Wert von 1 Million bis 1,5 Millionen Franken.

Urs Rohner

Der Anwalt arbeitet seit 2004 für die Credit Suisse. Als Mitglied der Konzernleitung war er General Counsel und ab 2006 auch Chief Operating Officer. Im Frühjahr 2009 wechselte er in den Verwaltungsrat und wurde 2011 zu dessen Präsidenten gewählt. Rohner tritt am Freitag, dem 29. April, zurück.