«Der gesamte Aufschwung seit 2004 ist nicht darauf zurückzuführen, dass es eine akute Knappheit am Energiemarkt gibt», erklärt Stuart. «Vielmehr ist es die Befürchtung, dass in Zukunft eine solche eintreten könnte.» Selbst für den Fall, dass der Konflikt mit dem Iran friedlich gelöst wird, können sich die Börsianer eine Rückkehr des Ölpreises auf Niveaus unter 60 Dollar wohl aus dem Kopf schlagen. «Erst wenn die Nachfrage deutlich nachgibt, ist mit einer Entspannung auf den Energiemärkten zu rechnen», sagt Stuart und sieht dies erst nach 2008.

Kaum mehr unter 60 Dollar

Auch Dresdner-Kleinwort-Wasserstein-Analyst Colin Smith erwartet in den kommenden zwei Jahren Niveaus jenseits der 60-Dollar-Marke. Alarmierend ist, dass der jetzige Anstieg in eine Zeit fällt, die normalerweise von einer Ölpreisschwäche gekennzeichnet ist. Denn in der Regel geben die Notierungen zwischen der nachfrageintensiven Heizsaison und der Ende Mai beginnenden benzinfressenden Urlaubssaison nach. Nun könnte es dazu kommen, dass Ende Mai der nächste Preisschub ansteht und der Fasspreis auf die von Goldman Sachs prognostizierten 100 Dollar schnellt.