Der Schrumpfkurs der Royal Bank of Scotland (RBS) hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz. Im dritten Quartal sackte der operative Gewinn - das ist das um Einmaleffekte und die Kosten für den Umbau bereinigte Vorsteuerergebnis - um mehr als die Hälfte auf 842 Millionen Pfund ab, wie das seit der Finanzkrise grösstenteils verstaatlichte Institut in London mitteilte.

Der Einbruch war noch stärker als von Analysten erwartet. Grund sind vor allem deutlich niedrigere Beiträge aus dem Investmentbanking, das Vorstandschef Ross McEwan radikal eindampft. Zudem hatte die Bank angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks die Gebühren für seine Geschäftskunden gesenkt. Dass unter dem Strich der Überschuss dennoch um sechs Prozent auf 952 Millionen Pfund stieg, verdankt der Konzern einem Buchgewinn aus dem weiteren Abbau seiner Anteile an der US-Bank Citizens. Ansonsten hätte unter dem Strich ein Verlust gestanden.

Ein Fünftel Wert verloren

Im August hat die britische Regierung erstmals seit der Verstaatlichung 2008 Anteile der Bank an der Börse verkauft. Für die veräusserten gut fünf Prozent der Aktien erlöste der Staat rund 2,1 Milliarden Pfund. Aktuell hält der Staat, der in der Finanzkrise 45,5 Milliarden Pfund in die Bank gepumpt hatte, noch knapp 73 Prozent der Aktien. Dieser Anteil ist aktuell knapp 27 Milliarden Pfund wert. RBS-Aktien haben in diesem Jahr rund 20 Prozent an Wert verloren.

(awp/dbe/chb)

Anzeige