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Royal Bank of Scotland häuft weiter Verluste an

Mit Gewinneinbruch beendet die RBS das 1. Halbjahr. Wegen des Liborskandals mussten bereits Mitarbeiter gehen. (Bild: Keystone)

Die teilverstaatlichte Royal Bank of Scotland weitet ihren Halbjahresverlust aus. Zudem hat die RBS im internationalen Skandal um Zinsmanipulationen offenbar mehrere Beschäftigte vor die Tür gesetzt.

Veröffentlicht am 03.08.2012

Die britische Grossbank Royal Bank of Scotland (RBS) hat in den ersten sechs Monaten Vorsteuerverluste von 1,5 Milliarden Pfund (2,3 Millarden Franken) angehäuft. Das ist fast doppelt so viel wie in der Vorjahresperiode.

Die roten Zahlen fielen auch deshalb höher aus, weil die RBS insgesamt 300 Millionen Pfund (rund 460 Millionen Franken) für weitere Straf- und Entschädigungszahlungen zurücklegen musste, wie die RBS mitteilte. Unter anderem drohen Zahlungen für zu Unrecht an Kunden verkaufte Kreditausfallversicherungen und für die Folgen eines Zusammenbruchs des Computersystems.

Der Chef der überwiegend verstaatlichten Grossbank, Stephen Hester, sieht die RBS dennoch auf dem richtigen Weg. «Wir räumen mit den Problemen der Vergangenheit auf», sagte Hester. Er hatte nach der folgenschweren Informatikpanne im Juni auf eine Bonuszahlung für das laufende Jahr verzichtet.

Entlassungen wegen Libor-Affäre

Erst vor wenigen Tagen hatte Hester zugegeben, dass die RBS auch in den Skandal um manipulierte Libor-Zinssätze verwickelt ist. Der britische Konkurrent Barclays hatte dafür 290 Millionen Pfund (rund 440 Millionen Franken) an Strafzahlungen leisten müssen. Über die Höhe einer möglichen Strafe äusserte sich Hester nicht.

Wie die RBS am Freitag erstmals bestätigte, wurden Mitarbeitende wegen des Skandals um Zinsmanipulationen entlassen. Die Untersuchungen hätten ein Fehlverhalten einiger Banker ans Tageslicht gebracht, teilte die Bank mit. Finanzkreisen zufolge hat die Bank wegen des Skandals vier Händler entlassen.

Die Royal Bank of Scotland ist eine der Banken, die in der Finanzkrise 2008 nicht mehr auf aus eigener Kraft auf die Beine gekommen waren, nachdem sie sich mit der Übernahme der niederländischen ABN Amro verhoben hatte. Die britische Regierung musste mit einer Finanzspritze von mehr als 45 Milliarden Pfund einspringen.

(aho/sda)

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