Das Technologie- und Rüstungsunternehmen Ruag baut bei der Munitionsentsorgung in Altdorf im Kanton Uri Stellen ab. Von rund 40 Stellen sind bis zu 12 Arbeitsplätze betroffen. Grund ist der Wegfall eines Auftrags der Schweizer Armee zur Vernichtung von Streumunition.

Die Anpassung der Kapazität sei notwendig, weil der Grossauftrag für die Entsorgung der Kanistermunition der Schweizer Armee an einen ausländischen Konkurrenten vergeben wurde, teilte der Ruag-Konzern mit. Die Ruag entsorgt in Altdorf seit 1985 Munition für die Schweizer Armee. Das Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmervertretung habe am Dienstag begonnen und dauere bis zum 18. Oktober 2013. Ziel des Verfahrens sei es, alle Möglichkeiten zu prüfen, um die Situation sozialverträglich auszugestalten, schreibt die Ruag weiter.

Gewerkschaften empört

Der Arbeitnehmerverband Angestellte Schweiz kritisiert die Armee für die Auftragsvergabe ins Ausland. Der Entscheid sei unverständlich, schreibt der Verband in einer Mitteilung. Die Spezialisten der Ruag sorgten für eine fachgerechte und saubere Entsorgung hierzulande. Lange Transportwege würden entfallen. Der Verband fragt sich, wer dies nun garantiere, wenn der Auftrag ins Ausland gehe.

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Die Angestellten Schweiz fordern die Armee auf, sich zusammen mit der Ruag und den Sozialpartnern für die Betroffenen einzusetzen. Diese müssten aktiv bei der Stellensuche unterstützt werden. Die Gewerkschaft Syna verurteilt den Entscheid der Armee ebenfalls aufs Schärfste. Sie fordert die Armasuisse auf, bei solchen Entscheiden Weitsicht zu zeigen und nicht die Kompetenz im eigenen Land zu schwächen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Zuschlag für Firma aus Deutschland

Im Juli 2012 beschloss die Schweiz, ihre Streumunition bis 2020 zu vernichten. Die Liquidation startet im zweiten Halbjahr 2013 und soll gemäss Bundesrat bis Ende 2017 abgeschlossen sein.

Das Verteidigungsdepartement betraute mit der Aufgabe nach einer Ausschreibung eine Firma aus Deutschland. Diese verfüge über jahrelange Erfahrung bei der Entsorgung solcher Munitionstypen, erklärte der Bundesrat im August 2013 in einer Antwort auf eine Anfrage von Nationalrat Jakob Büchler (CVP/St.Gallen).

Sämtliche Schweizer Munitionfirmen hätten für die Entsorgung der Kanistermunition beträchtliche Investitionen tätigen und den Nachweis der sicheren Entsorgung noch erbringen müssen, schrieb der Bundesrat weiter.

(sda/muv/aho)