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Ruandische Ministerin macht Werbung für Nespresso

Nespresso «Umutima wa Lake Kivu»: «Umutima» bedeutet «Herz» in der nationalen Sprache. HZ

Die PR-Abteilung von Nespresso erhält Schützenhilfe von einer ruandischen Politikerin. Auf Twitter zeigt sich die Aussenministerin des afrikanischen Landes begeistert von der neuen Limited Edition.

Von Marc Iseli
am 17.02.2016

Die ruandische Aussenministerin ist offenbar begeistert von der Kooperation mit Nestlé. Auf Twitter zeigt Louise Mushikiwabo ihren Stolz darauf, dass die Bohnen für die neue Nespresso-Limited-Edition aus Ruanda stammen. «Ruandischer Kaffee und Nespresso – eine gute Kombination, ein ‹must taste›», schreibt die Politikerin.

Für die Nestlé-Tochter ist das Gratis-PR, denn die Aussenministerin hat eine grosse Reichweite. Über 100'000 Personen folgen Mushikiwabo auf Twitter, über 70 Personen haben die Nespresso-Nachricht bereits geteilt.

Personalabbau in Rwanda

Der Stolz der Politikerin kommt nicht von ungefähr. Die Nespresso-Mutter Nestlé hat im letzten Jahr ordentlich an der Kostenschraube gedreht und das Afrika-Business zurechtgestutzt. 15 Prozent der Belegschaft wurde abgebaut, wie die «Financial Times» im Juni berichtete.

Vor allem Uganda und Ruanda mussten bluten. Nestlé schloss die Niederlassungen in diesen beiden Ländern komplett und reduzierte die Produktlinie um die Hälfte. Einige der Lager wurden eingedampft.

Wette ging nicht auf

Mit diesen Massnahmen reagierte Nestlé darauf, dass sich der afrikanische Mittelstand nicht so stark entwickelte, wie die Firma sich erhofft hatte. 1 Milliarde Franken steckte der Lebensmittelkonzern in den letzten zehn Jahren in die Region um den Äquator.

Doch die Wette ging nicht auf. Das organische Wachstum war in den letzten Jahren rückläufig. Die Lust auf Nespresso und andere Premiumwaren konnte nicht geweckt werden. Nestlé fokussiert sich künftig wieder auf Basisprodukte wie Maggi-Würfel und Milchpulver.

 

 

Probleme überall

Nestlé ist nicht die einzige Firma, die sich in der Gegend die Finger verbrannt hat. Auch andere Multis wie Coca-Cola, Cadbury, Eveready haben Fabriken und Jobs reduziert. Das schwache Wachstum des Mittelstands ist dabei nur ein Faktor, der sich negativ auf die internationalen Investments ausgewirkt hat.

Die Region leidet ebenfalls unter einer Infrastruktur, die in einem «erbärmlichen» Zustand ist, wie es Nestlé-Regionalchef Cornel Krummenacher beschrieb. Drei von vier Franken zahle Nestlé für den Transport seiner Ware – ein riesiger Kostenblock. Dazu kommen weitere Übel wie Korruption, Naturkatastrophen, politische Unruhen und Währungsturbulenzen.

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