Economiesuisse-Präsident Rudolf Wehrli steht vor dem Rücktritt, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt. Kommuniziert werden soll der Abgang – so der Plan – aber erst «in ein bis zwei Monaten». «Rudolf Wehrli ist es verleidet, und im Verband sind alle froh, wenn er geht», sagt ein Insider.

Am letzten Montagnachmittag fand eine Sitzung des Vorstandsausschusses statt. Danach sass ein kleiner Zirkel noch inoffiziell zusammen. Mit dabei: Rudolf Wehrli und Hans Hess, Vizepräsident von Economiesuisse und zugleich Präsident von Swissmem, dem Verband der Maschinenindustrie.

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Kommunikativ unglücklich

Hess soll interessiert sein an Wehrlis Nachfolge. Als die «Schweiz am Sonntag» Rudolf Wehrli am Samstag fragte, ob es stimme, dass er als Präsident von Economiesuisse zurücktreten werde, antwortete er: «Gerüchte kommentiere ich nicht.» Auf die Nachfrage, ob die Gerüchte denn wahr seien, hängte Wehrli das Telefon auf.

Hintergrund der Personaldebatte ist das Debakel bei der Abzocker-Initiative, wo die 8-Millionen-Kampagne von Economiesuisse wirkungslos verpuffte. Wehrli agierte kommunikativ unglücklich. Etwa, als er sagte, der Verband habe im Abstimmungskampf nichts falsch gemacht. Oder als er in der TV-Sendung «Rundschau» nach verlorener Schlacht behauptete, dass grosse Firmen Pläne hätten, aus der Schweiz wegzuziehen – ohne aber konkret zu werden.

(jev)