Vom Frühling 2003 bis zum Sommer des vergangenen Jahres kannten die Aktienmärkte praktisch nur eine Richtung – nach oben. Nur wer keine – oder zu wenig – Aktien in seinem Depot hatte, konnte nicht ruhig schlafen. Alle anderen freuten sich am kontinuierlichen Anstieg ihres Vermögens. Besonders für Privatanleger rückte die Frage nach absoluter oder relativer Performance in den Hintergrund.

Doch dann tauchte ein Schreckensgespenst am Anlegerhimmel auf – Subprime! Die damit verbundenen Folgen und Sorgen führ- ten in der 2. Jahreshälfte 2007 zu einer markanten Korrektur an den Aktienmärkten. In den ersten Tagen des Jahres 2008 verstärkte sich dieser Negativtrend noch zusätzlich.

Risikoaversion hat zugenommen

Auf absolute Rendite ausgerichtete Anlagekonzepte rücken dadurch sowohl für private wie auch für institutionelle Investoren wieder vermehrt in den Vordergrund. Zudem dürften die Nachwehen der Subprime-Krise noch für längere Zeit an den Finanzmärkten zu spüren sein.

Die daraus folgende Unsicherheit führt denn auch bei vielen Anlegern zu einer erhöhten Risikoaversion und damit zu einem veränderten Investitionsbedürfnis. Allerdings manifestiert sich diese Unsicherheit nicht nur in volatilen Aktienkursen. Beunruhigend ist, dass voraussichtlich auch mit Obligationen – wie schon in den vergangenen beiden Jah- ren – kaum viel zu verdienen sein dürfte.

Reduzierte Schwankungsbreite

Im Jahr 2007 haben Anleger mit Schweizer Bundesobligationen insgesamt mehr als ein halbes Prozent verloren. Und die aktuell nach wie vor tiefen Zinsniveaus sprechen nicht für grössere Kursgewinne in dieser Anlageklasse. Mindestens eines ist deshalb sicher: Auf der Suche nach einer ansprechenden, absolut positiven Performance werden Anleger in der nächsten Zeit mit grösseren Herausforderungen konfrontiert sein.Für ein auf absolute Renditen ausgerichtetes Portfolio ist es wesentlich, Anlageklassen, die eine tiefe Korrelation aufweisen, miteinander zu kombinieren. Dies senkt das Gesamtrisiko, stabilisiert die Portfolioentwicklung und reduziert die hohe Schwankungsbreite der Performance.

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Am Anfang steht die Konstruktion des Portfolios in Abstimmung auf das Risikoprofil und den Anlagezeitraum des Investors. Ein innovatives Konzept gliedert das Portfolio in Bereiche mit unterschiedlichem, aber ergänzendem Charakter: Einen Substanzteil und einen Wachstumsteil. Die Aufteilung kann präzis auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmt werden und berücksichtigt sowohl seine Ziele als auch Risikobeurteilungen. Beide Teile können separat oder in einer konsolidierten Betrachtung eingesetzt werden.

Ziel des Substanzteils sind der Kapitalerhalt und ein Mehrertrag gegenüber einem klassischen Obligationenmandat, ohne jedoch ein höheres Gesamtrisiko einzugehen. Ausser den üblichen festverzinslichen Anlagen, die nach wie vor das Rückgrat bilden, werden Hedge Fund of Funds mit tiefer Volatilität und breiter Managerdiversifikation sowie strukturierte Produkte (mit Kapitalschutz), Wandelanleihen und Immobilienanlagen eingesetzt. Zusätzlich werden sämtliche Anlagen in Risikowährungen (z.B. Dollar) systematisch gegen die Rechnungswährung des Anlegers abgesichert.

Der Wachstumsteil soll langfristig eine ähnliche Rendite wie ein klassisches Aktienmandat erreichen, aber mit deutlich tieferem Risiko und stärkerem Gewicht auf Kapitalerhalt. Zusätzlich zu traditionellen Anlagen am Aktienmarkt, besonders auch Indexanlagen, werden vor allem Hedge Fund of Funds mit aktienorientierter Zielrendite, strukturierte Produkte sowie Wandel- und Hochzinsanleihen eingesetzt. Auch hier wird der grösste Teil der Risikowährungen systematisch abgesichert.Transparenz, Liquidität und Risiko der Hedge-Fonds werden von Investoren oft als Nachteil aufgefasst. Selbst wenn der Endinvestor den einzelnen Hedge-Fonds oder einen Dachfonds als undurchschaubare Black Box empfindet, ist es für die professionellen Analysten gerade umgekehrt. Es gibt kaum andere Anlageinstrumente, die so akribisch analysiert und in kurzen Zeitintervallen systematisch überwacht werden.

Das Konzept der absoluten Rendite ist nicht nur ein Konzept für schwierige Zeiten, sondern eine Grundphilosophie. Nach der teils übertriebenen und beinahe sklavischen Orientierung an der relativen Performance und an Vergleichsindizes ist für die meisten Investoren die Rückkehr zu einer absoluten und damit ganzheitlichen Betrachtungsweise ihrer Risiken im heutigen Umfeld eine schiere Notwendigkeit, damit die gesetzten Finanzziele nicht zur Makulatur werden.