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Rückschlag für «Solar Impulse» - Kehrtwende auf halbem Weg

Die «Solar Impulse» im Mai in Brüssel (Bild: Keystone)

Das Schweizer Solarflugzeug «Solar Impulse» hat auf seinem zweiten Flug einen Rückschlag erlitten. Auf dem Weg nach Paris zwangen starker Gegenwind und technische Probleme den Piloten zur Rückkehr nac

Veröffentlicht am 11.06.2011

Pilot André Borschberg hat das Fahrgestell der «Solar Impulse» nach dem Start nicht einfahren können, wie das «Solar Impulse»-Team in seinem Blog mitteilte. Dadurch verbrauchte das Flugzeug auf seinem Flug von Brüssel nach Paris am Samstagabend mehr Energie und flog langsamer.

Bereits vorher seien die Wetterbedingungen nicht gut genug gewesen, um die Batterien vollständig aufzuladen. Wegen der Wolkendecke konnte der Flieger zudem nicht so hoch aufsteigen wie geplant.

Auf halben Weg hätten dann die Berechnungen der Zentrale in Payerne VD ergeben, dass die Energie und die Geschwindigkeit nicht ausreichten, um Paris zu erreichen, sagte Flugleiter Raymond Clerc in einem Video auf der Webseite der Organisatoren. Zudem habe es keinen geeigneten Flughafen auf der Hälfte der Strecke gegeben.

Deshalb habe sich das Team um 21.39 Uhr für die Umkehr entschieden. Das nur von Sonnenenergie getriebene Flugzeug landete kurz vor Mitternacht nach 5 Stunden und 13 Minuten Flugzeit sicher wieder in Brüssel.

«Der Entscheid war nicht schwer zu treffen. Er war rein faktisch», sagte Mitinitiant und «Solar Impulse»-Präsident Bertrand Piccard. «Überraschend ist nicht so sehr, dass wir letzte Nacht ein Problem hatten, sondern eher, dass wir bisher überhaupt keine hatten.»

Randstunden für Start und Landung geeignet

Die «Solar Impulse» hatte ihren Flug in Brüssel um 18.36 Uhr angetreten. Sie hätte in der Nacht in Paris-Le Bourget ankommen sollen. Dort war das Flugzeug als Gast an der 49. Pariser Luftfahrtschau erwartet worden.

Spezialisten hatten seit Anfang Juni nach einem geeigneten Termin gesucht, um den Flug durchzuführen. Erst am Samstag schienen die Wetterbedingungen günstig.

Die Randstunden eignen sich für Start und Landung, da die Solar Impulse mit 70 Kilometern pro Stunde viel langsamer unterwegs ist als andere Flugzeuge. Die belgische Luftsicherungsbehörde hatte den Solar-Prototyp mit einem Fussgänger auf der Autobahnumfahrung von Brüssel verglichen.

«Symbol für die Welt von morgen»

Die Solar Impulse war am 13. Mai auf ihrem ersten Flug in knapp 13 Stunden von der Schweiz nach Brüssel geflogen. Während eines Monats stand das 1600 Kilogramm leichte Fluggerät in einem Hangar auf dem militärischen Teil des Brüsseler Flughafens. Dabei wurde es von vielen Schaulustigen begutachtet.

Das Flugzeug hat eine Spannweite von 63,4 Meter - etwa die eines Langstrecken-Airbus A340. Auf der Oberfläche der Flügel sind 12'000 Solarzellen eingelassen, welche die nötige Energie produzieren.

Flugpionier Piccard bezeichnete Solar Impulse als Lobbyingobjekt für neue Ideen und erneuerbare Energien. Für ihn ist es ein «Symbol für die Welt von morgen, das zeigt, was mit sauberer Energie möglich ist». Die Initianten hoffen nun nach eigenen Angaben auf ein baldiges günstiges Wetterfenster für einen weiteren Flugversuch.

(tno/sda)

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