1. Home
  2. Unternehmen
  3. Rücktritt an Karstadt-Spitze – Investiert Vekselberg?

Handel
Rücktritt an Karstadt-Spitze – Investiert Vekselberg?

Investor Vekselberg: Er wird als möglicher Karstadt-Investor gehandelt.   Keystone

Eva-Lotta Sjöstedt gibt ihren Chefposten bei Karstadt nach wenigen Monaten auf. Der Warenhauskette droht das baldige Aus. Als potenzieller Geldgeber wird nun Oligarch Viktor Vekselberg gehandelt.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 07.07.2014

Die Chefin der angeschlagenen deutschen Warenkette Karstadt, Eva-Lotta Sjöstedt, hat ihren Posten nach nur knapp fünf Monaten aufgegeben. Sjöstedt begründete ihre Entscheidung mit mangelnder Unterstützung durch Karstadt-Besitzer Nicolas Berggruen.

«Als ich mich im vergangenen Herbst dazu entschied, nach Essen zu gehen, tat ich dies in fester Annahme, ein angeschlagenes, in einer sehr schwierigen Situation befindliches Unternehmen übernehmen und entwickeln zu dürfen», sagte Sjöstedt.

«Voraussetzungen nicht mehr gegeben»

«Nach eingehender Prüfung, den Erfahrungen der letzten Monate und in genauer Kenntnis der wirtschaftlichen Rahmendaten muss ich nun jedoch feststellen, dass die Voraussetzungen für den von mir angestrebten Weg nicht mehr gegeben sind«, so Sjöstedt. Daher habe sie dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass sie ihr Amt zum 7. Juli 2014 niederlegen werde.

Der Antritt der ehemaligen Ikea-Managerin Sjöstedt hatte zunächst Mut gemacht. Die 47-jährige Schwedin gab sich betont bodenständig, stellte sich stundenweise an die Kasse und versprach mehr Transparenz. Es wurde allerdings bald deutlich, dass Sjöstedt sich an eingefahrenen Strukturen abarbeitete. Der frühe Ausstieg kommt darum nicht überraschend.

An Investor Berggruen ist mehrfach Kritik laut geworden, da er sich hartnäckig weigerte, dringend benötigte Mittel für die Warenhäuser frei zu machen. Stattdessen ist in letzter Zeit ein anderer Name als Geldgeber gefallen: Der russische Grossinvestor Viktor Vekselberg könnte bei Karstadt einsteigen, berichtet das «Manager Magazin». Der Oligarch, der seit Jahren sein Firmennetz vor allem in der Schweiz ausbaut, hat die Entscheidungsmacht bei den wichtigen Industriekonzernen Sulzer und Oerlikon.

Karstadt-Investor steht Vekselberg nahe

Vekselberg wird laut «Manager Magazin» als potenzieller Finanzpartner von Karstadt-Investor René Benko gehandelt. Benko steht auch Peter Löscher nahe, den Vekselberg für seine Zürcher Investmentfirma Renova engagiert hat.

Auf jeden Fall ist der Druck bei Karstadt gross, das Unternehmen verliert täglich Kapital. Insider berichten, dass sich bereits namhafte Involvenzverwalter auf die Abwicklung der Warenhauskette vorbereiten.

Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters.

Anzeige