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Debatte
Rücktrittsgerücht um Thiam vor Showdown

Tidjane Thiam: Der Ivorer verzichtet auf einen Teil seiner Vergütung. Keystone

Hat Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam intern mit dem Rücktritt gedroht, sollten die Aktionäre am Freitag den Vergütungsbericht des Managements ablehnen? Ein Medienbericht legt das nahe.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Vor der mit Spannung erwarteten Generalversammlung der Credit Suisse machen Gerüchte die Runde, wonach CEO Tidjane Thiam im Extremfall seinen Posten bei der Schweizer Grossbank niederlegen könnte. Wie die britische «Financial Times» berichtet, soll der Ivorer im kleinen Kreis mit seinem Rücktritt gedroht haben, sollten die Aktionäre am Freitag den Vergütungsbericht für das Management ablehnen.

Dass dies der Fall sein wird, ist allerdings höchst unwahrscheinlich. Die Wogen glättete kurz vor Ostern die Meldung, dass Konzernchef und Geschäftsleitung der Grossbank auf 40 Prozent der bereits zugeteilten Boni verzichten wollen. Das besänftigte grosse Einzelinvestoren wie etwa Norwegens Staatsfonds, der kurz darauf meldete, hinter dem Management zu stehen.

Kritische Stimmen werden lauter

Doch die kritischen Töne werden lauter: Stimmrechtsvertreter wie ISS und Glass Lewis stellen sich trotz Reduktion gegen die hohen Saläre. Ihnen ist das Zugeständnis zu wenig: Denn das Gesamtgehalt von Thiam für das vergangene Jahr sinkt im Zuge der Kürzung auf 10,24 Millionen Franken von zuvor geplanten 11,9 Millionen Franken. Auch Ethos-Direktor Vincent Kaufmann kritisiert die hohe Entlohnung nach wie vor. Die Bank habe tausende Arbeitsplätze gestrichen und der Aktienkurs sei im Keller, sagt er (lesen Sie an diesem Donnerstag das ganze Interview auf handelszeitung.ch)

Wie das Webportal Finews berichtet, dementierte die Bank bereits den Bericht der «FT». Die Meldung über Thiams Rücktrittsdrohung sei «völlig aus der Luft gegriffen».

Börsengang des Schweizer Geschäfts abgeblasen

Ihr Schweizer Geschäft bringt die Credit Suisse derweil nicht an die Börse, wie sie am Mittwoche meldete. Die zur Erhöhung des Kapitalpolsters nötigen rund 4 Milliarden Franken will die Grossbank entgegen den bisherigen Plänen mit einer normalen Kapitalerhöhung beschaffen.

(moh)

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