Tokio Millennium Re will den Hauptsitz im Oktober von den Bermudas nach Zürich verlegen, wie der Rückversicherer ankündigte. Die Schweiz und Zürich, wo man seit 2010 eine Niederlassung betreibe, würden unter anderem grösseren Zugang zum europäischen Rückversicherungsmarkt bieten. Ganz den Rücken kehren wolle man der Inselgruppe im Atlantik jedoch nicht.

Weiterhin plant das Unternehmen, im zweiten Quartal 2014 auch in den USA aktiv werden. Bisher verfügt Tokio Millennium Re über Niederlassungen auf den Bermudas, in Zürich, Australien und Grossbritannien. Die Bermuda-Nachrichtenseite «The Royal Gazette» spekuliert unter Berufung auf einen Branchen-Insider über die Gründe für den Umzug in die Schweiz: Durch Staatsverträge und politisches Gewicht bestehe dort ein grösserer Schutz vor dem Steuerzugriff der USA.

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Strategische Überlegungen

Schon vor Jahren wurden kleine Offshore-Paradiese wie Bermuda oder die Cayman-Inseln als erste Steueroasen von US-Präsident Barack Obama ins Visier genommen. Die betroffen Unternehmen reagierten mit Umsiedlungen, etwa in die Schweiz oder nach Irland. 

So verlegte 2009 etwa der Versicherer Ace seine Holding von den Cayman-Inseln nach Zürich. Auch die britische Amlin verschob ihr Bermuda-Geschäft in die Schweiz. Dass sich steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen auf den Bermudas verschlechtert hätten, sei einer Umzugsgründe, sagte Andreas Molck-Ude, Chef der Schweizer Munich-Re-Tochter New Re vor zwei Jahren der «Handelszeitung». «Die Haupttreiber aber scheinen strategische Erwägungen und ein einfacherer Geschäftszugang.» 

(tno/se)