Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) spricht von einer «guten Entscheidung. Jetzt warten wir gespannt darauf, dass GM sich angesichts des Durcheinanders der letzten Tage sortiert und möglichst schnell ein zukunftsfähiges Konzept für Opel vorlegt», sagte Koch der «Welt». Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) begrüsste die Nachricht. «Das wäre eine Stärkung für alle deutschen Standorte und eine Aufwertung für die Zentrale in Rüsselsheim», so Beck. In Rheinland-Pfalz liegt nicht nur das Opel-Werk Kaiserslautern mit rund 3500 Mitarbeitern; aus dem links-rheinischen Bundesland pendeln ausserdem täglich rund 3700 Menschen zur Arbeit nach Rüsselsheim.

Das Zückerchen von GM

Erst Anfang November hatte der wieder erstarkte Konzern entschieden, Opel zu behalten und nicht an den Zulieferer Magna zu verkaufen. GM will seine deutsche Tochter nun aus eigener Kraft sanieren. Die Standortentscheidung wird von Branchenkennern als Reaktion von GM auf die öffentliche Kritik am Hin und Her des Unternehmenskurses gesehen.

Ende Dezember abgeschlossen

Der Umzug der rund 150 GM-Mitarbeiter aus Zürich hat bereits begonnen und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. In Zürich verbleiben dann noch die Verwaltungen der Schweizer Opel-Niederlassung sowie der GM-Tochter Chevrolet.

Gemäss «Tages-Anzeiger» reagierte die Standortgemeinde Opfikon gelassen auf den Umzug. Dieser werde bedauert, so Werner Brühlmann, der Finanzvorsteher der Stadt Opfikon, aber der Autobauer habe, im Gegensatz etwa zur UBS, in der Zürcher Vorortsgemeinde nicht zu den besten Steuerzahlern gehört. Zahlen gelangten keine in die Öffentlichkeit.

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Das Gewicht von GM Europe wurde auch von Stadtpräsident Walter Fehr in einem Interview mit Radio DRS relativiert. «Steuertechnisch ist der Wegzug von GM Europe nicht so tragisch», sagte Fehr. Kompensiert werde der Ausfall durch den US-Nahrungsmittelmulti Kraft Foods, der, nur einen Steinwurf vom ehemaligen GM-Sitz entfernt, 2009 erstmals Steuern bezahlt in Opfikon.

Mehrmarkenstrategie gescheitert

«Mit dem Verkauf der Tochter Saab hat die Mehrmarkenstrategie von GM nicht mehr gegriffen», liess GM zudem verlauten. Nun wolle man für Opel die Verwaltung, Entwicklung und Produktion in Rüsselsheim zusammenführen.

Die Sanierung von Opel wird nach Ansicht von Aufsichtsratsmitglied Armin Schild deutlich teurer als von GM in der Konzernzentrale veranschlagt. «Ich gehe davon aus, dass eine Restrukturierung, die auch eine Vorwärtsstrategie eröffnet, über 6 Mrd, wahrscheinlich eher 7 Mrd Euro kostet», sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef der «Wirtschaftswoche». GM selbst hatte zuletzt erklärt, für die Sanierung der deutschen Tochter seien rund 3 Mrd Euro nötig.