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Konkurs
Russische Behörden wickeln vier weitere Banken ab

Kreml: Die russische Aufsicht hat bereits 60 Institute in die Insolvenz geschickt. Flickr/CC/Коля Саныч

Moskaus Geldinstitute werden reihenweise von den Behörden in die Insolvenz geschickt. In diesem Jahr mussten bereits 60 Banken dicht machen, weil ihre Kapitaldecke zu schwach war.

Veröffentlicht am 10.11.2015

Russlands Finanzaufsicht hat erneut vier Banken geschlossen, die wegen ihrer geringen Kapitaldecke als zu schwach für ein weiteres Funktionieren eingestuft werden. Mit ihnen stieg die Zahl der dieses Jahr in Russland geschlossenen Geldinstitute am Dienstag auf mehr als 60.

Die Behörde entzog der Bank RSB 24, der Regionalen Entwicklungsbank, der Regionalen Sparkasse sowie der Meschregionbank die Lizenz. Grund für die schwierige Lage vieler Banken ist die schwere Rezession, in der Russland sich vor allem wegen des niedrigen Ölpreises und der vom Westen verhängten Sanktionen derzeit befindet.

Dutzende Schliessungen

Bereits vor Beginn der Rezession hatte Russland damit begonnen, seinen durch viele kleine und mittelgrosse Institute geprägten Bankensektor zu verschlanken. Wegen zweifelhafter Geschäftspraktiken mussten schon dutzende Häuser schliessen.

Die Schliessung der RSB 24 stellt eine Besonderheit dar, da sie vergleichsweise gross ist. Neben mangelnder Kapitalausstattung wirft Russlands Zentralbank der Bank vor, Gesetze beim Thema Geldwäsche zu missachten und in «fragwürdige Geschäfte» verwickelt zu sein.

Schuldenstrudel

Die Rezession trifft viele der in den frühen 1990er Jahren gegründeten russischen Banken von zwei Seiten: Einerseits haben sie wegen eines schwachen Rubels Probleme, ihre in ausländischen Währungen gehaltenen Kredite zu bedienen.

Andererseits führt die wirtschaftliche Talfahrt dazu, dass viele inländische Kreditnehmer wegen mangelnder Einkommen ihre Schulden bei den Banken nicht zurückzahlen können.

(sda/ise/ama)

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