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Russische Firma rettet legendäre Boeing 747

Boeing 747-8F: Der Jumbo-Jet lebt als Frachter weiter. Boeing

Dank eines Grossauftrags aus Russland ist die Zukunft des Jumbo-Jets aus dem Hause Boeing offenbar gesichert. Die Boeing 747 öffnete in den siebziger Jahren den Massenmarkt für Langstreckenflieger.

Veröffentlicht am 21.06.2016

Mit einer Grossbestellung über vier Milliarden Dollar verlängert nach Informationen von Bloomberg News die marktführende russische Frachtfluggesellschaft die Zukunft des legendären Jumbo-Jet aus dem Hause Boeing Co. Zuletzt war die Nachfrage für den Klassiker der grossen Verkehrsflugzeuge mit der nachlassenden Attraktivität viermotoriger Flugzeuge nahezu eingeschlafen, wie es von Boeing nahestehenden Beobachtern hiess.

Den Informationen zufolge befindet sich Boeing derzeit in fortgeschrittenen Gesprächen mit AirBridgeCargo Airlines und deren Muttergesellschaft Volga-Dnepr Group aus Moskau. Dabei soll eine ein Jahr alte Option in Festbestellungen für mehr als zehn Exemplare der 747-8 als Frachtversion gewandelt werden, wie zwei der informierten Personen sagten. Bereits im Rahmen der bevorstehenden Farnborough Airshow im kommenden Monat in England könne der Vertrag demnach geschlossen werden.

Fast 380 Millionen Dollar pro Stück

Der aktuelle 747-Frachter ist das zweitteuerste Boeing-Modell im aktuellen Angebot und geht zurück auf eine Grundkonstruktion aus den sechziger Jahren. Boeing hält die Produktion mit Hoffnung auf einen wieder anziehenden Markt für Grossraumfrachter oder das Ersatzgeschäft für alternde Grossraumflotten derzeit aufrecht. Die Frachtversion der 747 verfügt über eine Bugladeklappe, die die Beladung über den Frontbereich zulässt. Der Listenpreis pro Exemplar beträgt vor der in der Branche üblichen Rabattierung 379,1 Millionen Dollar.

Ein Vertreter von Volga-Dnepr wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Verhandlungen äussern, teilte aber zugleich mit, das Unternehmen plane die Abnahme aller 20 im letzten Jahr im Rahmen des Pariser Luftfahrtsalons bestellten 747-8-Frachter. Ein Sprecher von Boeing wollte sich nicht äussern.

Schwieriges Marktumfeld

In den letzten Jahren ist der Absatz viermotoriger Grossraumflugzeuge geschrumpft, was auch für das Konkurrenzmodell der Airbus Group SE, den A380 gilt. Fluggesellschaften setzen auch auf der Langstrecke mittlerweile vermehrt auf zweimotorige Flugzeuge, die effizienter sind. Der potenzielle russische Retter der 747 - die nach ihrer Einführung durch Pan American World Airways im Jahre 1970 den Massenmarkt für Langstreckenflugzeuge geebnet hat - ist nicht nur Kunde von Boeing. Volga-Dnepr transportiert auch im Auftrag von Boeing grosse Flugzeugteile von Zulieferern in Boeing-Werke, unter anderem für den Boeing 787 Dreamliner.

(bloomberg/sda/mbü)

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