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Russland-Fesseln für Axel Springer «nicht akzeptabel»

Ralph Büchi: Der Schweizer ist Auslandchef von Axel Springer. Keystone

Als Reaktion auf ein restriktives Mediengesetz gibt Axel Springer sein Russland-Geschäft auf. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass auch die Schweizer Edipresse die Reissleine zieht.

Veröffentlicht am 17.09.2015

Der Berliner Verlagskonzern Axel Springer zieht die Konsequenz aus den verschärften Mediengesetzen in Russland und bläst zum Rückzug aus dem Land. Das Russland-Geschäft werde an den russischen Verleger Alexander Fedotov verkauft, teilte der Medienriese mit. Die Gesetze begrenzen den Anteil ausländischer Investoren an meinungsbildenden Publikationen laut Springer auf 20 Prozent.

Das sei für den deutschen Konzern «nicht akzeptabel», erklärte Springer-Auslandschef Ralph Büchi. «Als wir in den russischen Markt eingetreten sind, haben wir an die weitere ökonomische Entwicklung und Liberalisierung des Landes geglaubt.»

Zu Axel Springer gehören unter anderem in der Schweiz auch die «Handelszeitung» und «BILANZ».

Seit 2004 in Russland aktiv

Springer ist seit 2004 in Russland aktiv und verlegt dort bisher unter anderem die Zeitschriften «Forbes», «OK!» und «Geo». Vorstandschef Matthias Döpfner hatte im November betont, dass Russland für Springer wirtschaftlich unbedeutend sei und dass man wegen der neuen Mediengesetze das weitere Vorgehen prüfe. Fedotovs Verlagshaus Artcom Media verlegt in Russland Mode-, Architektur- und Design-Magazine sowie Publikationen über Golf.

Neben Axel Springer hat auch das Schweizer Verlagshaus Edipresse seine Aktivitäten in Moskau beendet. Die Schweizer aus Lausanne waren seit 2003 in Russland aktiv.

(reuters/chb/dbe)

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