Im Fall neuer Sanktionen von EU und USA erwägt Russland Medien zufolge ein Importverbot für westliche Autos. Ein entsprechender Vorschlag sei Kremlchef Wladimir Putin übermittelt worden, berichtete die Moskauer Tageszeitung «Wedomosti» unter Berufung auf Regierungsvertreter. Eine Anweisung des Kremls, neue Sanktionen auszuarbeiten, gebe es aber noch nicht.

Als Reaktion auf Strafmassnahmen des Westens im Ukraine-Konflikt hatte Russland Anfang August einen Importstopp für Lebensmittel aus der EU, den USA, Norwegen, Kanada und Australien beschlossen. Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte damals, eine Ausweitung sei möglich. Auch ein Überflugverbot für westliche Airlines ist im Gespräch.

Schwächelnder russischer Automarkt

Ein vollständiger oder teilweiser Importstopp für westliche Fahrzeuge wäre der Zeitung zufolge denkbar. In Russland produzierte Autos sollen demnach aber nicht betroffen sein. Ein Einfuhrverbot soll wohl auch die Nachfrage nach heimischen Marken steigern. Im ersten Halbjahr kamen der Zeitung zufolge Importautos in Russland auf einen Anteil von 27 Prozent am Absatz, Lastwagen machten 46 Prozent aus.

Zuletzt war der russische Automarkt massiv eingebrochen. Die Verkaufszahlen gingen nach Informationen der Vereinigung Europäischer Unternehmen im Juli verglichen mit dem Vorjahr um 22,9 Prozent zurück.

Ford produziert Fiesta komplett in Russland

Inmitten des Sanktionsstreits zwischen Russland und dem Westen will der US-Autobauer Ford die neue Serie seines Modells Fiesta komplett in Russland herstellen. Dafür werde ein Werk in der Teilrepublik Tatarstan modernisiert, teilte das russisch-amerikanische Joint Venture Ford Sollers mit.

Das Investitionsvolumen beläuft sich demnach auf 150 Millionen Dollar (etwa 112 Millionen Euro). Die ersten Wagen sollen 2015 vom Band rollen, geplant sind 115'000 Autos pro Jahr. Bereits im Herbst soll das in Russland produzierte Modell EcoSport auf den Markt kommen.

(awp/dbe/ama/chb)

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