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Luftfahrt
Ryanair jammert über niedrigen Ölpreis

Maschinen von Ryanair: Noch stehen die Zeichen auf Wachstum. Keystone

Eigentlich sollten Fluggesellschaften über den niedrigen Ölpreis jubeln. Nicht so Ryanair: Der Billigflieger hat teuer eingekauft - und sagt, die Konkurrenz würde stärker profitieren.

Veröffentlicht am 02.02.2015

Der irische Billigflieger Ryanair warnt vor einem Ende seines Höhenflugs. In den kommenden beiden Geschäftsjahren seien die Wachstumsaussichten begrenzt, teilte die Fluggesellschaft in Dublin mit. Grund ist der eigentlich für die Luftfahrt positive Verfall der Ölpreise. Ryanair kann davon aber zunächst kaum profitieren, weil sich das Unternehmen nach eigenen Angaben stärker gegen Schwankungen bei den Einkaufspreisen absichert als viele Konkurrenten.

Ryanair erwartet nun einen neuen Preiskampf. Der Ölpreisverfall gebe anderen Fluggesellschaften mehr Luft, um Flugtickets billiger zu verkaufen. Darauf deute schon die Preisentwicklung in den ersten Wochen des Januars hin. An der Börse verloren Ryanair-Aktien am Vormittag gut 4 Prozent an Wert und zogen auch die Papiere anderer Fluggesellschaften nach unten. In den vergangenen zwölf Monaten waren die Titel von Ryanair aber deutlich gestiegen.

Kerosin teuer eingekauft

Ryanair hat nach eigenen Angaben bereits 90 Prozent des für die kommenden beiden Geschäftsjahre eingeplanten Kerosins gekauft - zu Preisen von über 90 US-Dollar pro Barrel. Das liegt weit über den derzeitigen Marktpreisen. Nur ein Teil davon wird durch die umfassende Absicherung gegen die Aufwertung des US-Dollars kompensiert, die sich angesichts der Euro-Schwäche nun auszahlt.

Im Ende März auslaufenden Geschäftsjahr stehen die Zeichen aber noch auf deutliches Wachstum. Nach einem anhaltenden Passagieransturm im dritten Quartal erhöhte der Lufthansa -Konkurrent zum vierten Mal seine Prognose. Ryanair peilt nun einen Überschuss von 840 bis 850 Millionen Euro an. Zuletzt hatte das Management 810 bis 830 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im Mai war Vorstandschef Michael O'Leary sogar nur von 580 bis 620 Millionen Euro ausgegangen.

Passagieransturm

Im vergangenen Quartal flogen 20,8 Millionen Passagiere mit Ryanair, 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs um 17 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro. Davon blieben unter dem Strich 49 Millionen Euro übrig. Im Vorjahr stand an dieser Stelle ein Verlust von 35 Millionen Euro.

Ryanair hatte zuletzt mehr Verbindungen zwischen grossen Städten ins Programm aufgenommen, um nach den Privatkunden auch mehr Geschäftsreisende für sich zu gewinnen. Damit tritt der Billigflieger noch stärker in Konkurrenz zu klassischen Fluglinien wie der Lufthansa. Diese versucht nun ihrerseits mit einem neuen Billigkonzept auf Basis der Tochter Eurowings, der Konkurrenz die Stirn zu bieten.

(awp/tno/ama)

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