Der russische Investor Viktor Vekselberg und die Gründerfamilien des Stahlkonzerns Schmolz+Bickenbach haben einen weiteren Sieg errungen. Der Verwaltungsrat beantragt die im Juni beschlossene Kapitalerhöhung von 330 Millionen Franken zu widerrufen und schlägt der Generalversammlung stattdessen eine Erhöhung um 430,5 Millionen Franken vor.

Mit der Kapitalerhöhung, die von der von Viktor Vekselberg kontrollierten Renova-Gruppe und den Gründerfamilien von Schmolz+Bickenbach angetrieben wurde, könne sich das Unternehmen langfristig auf einer soliden finanziellen Basis weiterentwickeln, teilte der Konzern am Freitag mit. Die Kapitalerhöhung diene auch der teilweisen Rückzahlung von bestehenden Finanzverbindlichkeiten, namentlich eines Teils der hochverzinslichen Anleihe. Ausserdem werde mit der Erhöhung die Flexibilität bei der Umsetzung der neuen Strategie verbessern.

Wie es in der Mitteilung weiter heisst, hätten sich die Gründerfamilie und Vekselberg bereit erklärt, ihre Bezugsrechte im Umfang ihrer gegenwärtigen Beteiligung von 40,46 Prozent im Rahmen der Kapitalerhöhung auszuüben.

Gesamter Verwaltungsrat tritt zurück

An der letzten Generalversammlung vom 28. Juni hatten die Aktionäre auf Antrag des Verwaltungsrates und gegen den Willen der Erben und Vekselbergs eine Kapitalerhöhung von 330 Millionen Franken für den hochverschuldeten Konzern beschlossen. Die Beschlüsse wurden daraufhin von den Erben gerichtlich gesperrt. Sie blitzten jedoch vor Gericht ab. Da der russische Oligarch über die Beteiligungsgesellschaft Renova seine Anteile an Schmolz + Bickenbach erhöhte und inzwischen zusammen mit den Gründerfamilien den Konzern massgeblich kontrollieren kann, ist der Gerichtsentscheid indes obsolet.

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Der jetzige Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung nebst der Kapitalerhöhung die vollständige Erneuerung des Führungsgremiums vor. Dies hatte der Verwaltungsrat bereits im August angekündigt. Im Unterschied zu früheren Mitteilung gelte dies indes auch für Manfred Breuer, teilte Schmolz+Bickenbach mit. Bisher hiess es, er verbleibe im Gremium.

Mit Ausnahme von Oliver Thum, dem Geschäftsführer der Gesellschaft der Gründerfamilien, unterstütze der jetzige Verwaltungsrat alle vorgeschlagenen Kandidaten, heisst es in der Mitteilung weiter. Neu im Gremium einsitzen sollen Vladimir Kuznetsov, Marco Musetti, Edwin Eichler und Michael Büchter. Ausserdem werden die von den Hauptaktionären als unabhängige Kandidaten vorgeschlagenen Hans Ziegler und Heinz Schumacher unterstützt.

Die ausserordentliche Generalversammlung ist auf den 26. September angesetzt.

(sda/moh/jev)