Dem Waadtländer Raumfahrt-Unternehmen Swiss Space Systems (S3) droht das Geld auszugehen. Vor der Waadtländer Justiz wurde das Ende des Konkursaufschubes für das Unternehmen gefordert. Der Entscheid wird in den kommenden Tagen erwartet.

«Ja, ich habe den Widerruf des Konkursaufschubes verlangt», sagte am Mittwoch ein Vertreter von zwei ehemaligen Angestellten von S3 der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte damit mehrere Medienberichte.

Angebliche Millionen-Investitionen

Am Mittwoch war der Fall vor dem Regionalgericht des nördlichen Kantonsteils der Waadt in Yverdon-les-Bains verhandelt worden. Der umstrittene Gründer des Unternehmens, Pascal Jaussi, war dabei nicht anwesend. Er liess sich von seiner Frau und seiner Schwester vertreten.

Der Firmengründer hatte im August für Schlagzeilen gesorgt, als er im Kanton Freiburg unter rätselhaften Umständen angegriffen worden war. Er erlitt Verbrennungen. Trotz der Attacke gab er sich kämpferisch und sprach von neuen Investitionen in der Höhe von 30 Millionen Franken.

Hilfe vom Staat

Das Unternehmen Swiss Space Systems bietet Parabelflüge zum Erleben der Schwerelosigkeit an. Zudem sollen Minisatelliten in die Erdumlaufbahn gebracht werden. Anstatt eines florierenden Raumfahrtunternehmens resultieren bislang aber nur Schulden.

Das Konkursamt hatte zwar Aufschub bis im kommenden März gewährt. Bei der Gerichtsverhandlung am Mittwoch bestätigte das Amt aber zehn neue Betreibungen seit September. Zudem enthüllte das Westschweizer Radio (RTS), dass S3 auch staatliche Hilfe erhielt.

Grosszügige Stadt Payerne

Der Kanton Waadt gewährte ein Darlehen von 500'000 Franken aus einem Fonds zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Damit sollten Löhne ausbezahlt und weitere Investoren gesucht werden, wie das Waadtländer Wirtschaftsdepartement der Nachrichtenagentur sda bestätigte.

Auch die Stadt Payerne zeigte sich gegenüber dem Unternehmen grosszügig und verzichtete auf Einnahmen von 1,1 Millionen Franken aus einem Vertrag über einen Landverkauf. «Das ist aber kein Verlust für die Stadt, das Land gehört noch immer uns», sagte Christelle Luisier, Stadtpräsidentin von Payerne, am Mittwoch.

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(sda/jfr/gku)