Spyker Cars, der niederländische Sportwagenhersteller und Eigentümer von Saab, hat für das erste Quartal 2011 einen Nettoverlust von 72 Millionen Euro verbucht. Spyker musste die Zielsetzung für Saab, 80.000 Fahrzeuge zu verkaufen, zurücknehmen. Lediglich 32'000 Autos gingen im vergangenen Jahr bei Saab vom Band. Für 2012 hatte Spyker für Saab früheren Angaben zufolge sogar das Ziel, 120'000 Autos zu verkaufen. Die Spyker-Aktie sank an der Amsterdamer Börse um fast sechs Prozent.

Bei Saab steht die Produktion seit drei Wochen still, 3700 Beschäftigte müssen warten, bis das Unternehmen das Geld für die Lieferanten-Rechnungen auftreiben kann. Einzige Hoffnung für den vom Aus bedrohten Autobauer ist seit Donnerstag der Einstieg des Investors Wladimir Antonow als Teil-Eigner. Sowohl die schwedischen Behörden als auch der frühere Eigner General Motors geben grünes Licht. Der umstrittene Finanzier will bis zu 30 Millionen Euro bereitstellen und würde damit über 29,9 Prozent der Anteile verfügen.

Erst wenn die Montagebänder bei Saab wieder laufen, will Spyker-Chef Muller neue Zielvorgaben bekanntgeben. Den Angaben zufolge sind die Verkäufe von Saab-Fahrzeugen seit Jahresbeginn bis zum Produktionsstopp mit 9674 Fahrzeugen um 167 Prozent gestiegen. Insgesamt sind 10'888 Saab-Autos gebaut worden, im Vorjahr waren es 2153.

(kgh/tno/awp)

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