Der Autohersteller Saab ist mit seinem Antrag auf Gläubigerschutz gescheitert und steht damit vor der Insolvenz. Das Amtsgericht im westschwedischen Vänersborg begründete die Ablehnung des Antrags damit, dass das Unternehmen kein glaubwürdiges Konzept für eine dauerhafte Sanierung vorgelegt habe.

Saab konnte zuletzt die Löhne und Gehälter für die 3700 Beschäftigten nicht mehr auszahlen. Die Produktion liegt seit April wegen unbezahlter Rechnungen von Zulieferern still. Als einzige Hoffnung auf eine dauerhafte Rettung galten knapp 250 Millionen Euro, die zwei chinesische Autounternehmen zugesagt haben. Nach dem Gerichtsentscheid gilt ein Insolvenzantrag von Gewerkschaften als wahrscheinlich. Danach könnten die Löhne und Gehälter durch einen staatlichen Garantiefonds ausgezahlt werden.

Konzernchef Victor Muller kündigte an, Berufung gegen den gerichtsentscheid einzulegen. Er sei von der Entscheidung des Gerichts überrascht und enttäuscht, sagte Muller dem Rundfunksender SR. Saab hatte den Gläubigerschutz am Vortag beantragt, um das Unternehmen unter Führung eines vom Gericht bestellten Verwalters zu sanieren und eine Insolvenz so zu vermeiden. Die Entscheidung über die Berufung sei innerhalb weniger Tage zu erwarten, hiess es in dem Rundfunkbericht.

Anzeige

(laf/awp)