Die Grosssägerei Mayr-Melnhof im Bündner Rheintal hat ein Millionen-Loch hinterlassen: Die Schlussabrechnung des Konkursfalles in Domat/Ems ergab einen Verlust von 28,7 Millionen Franken, wie das Konkursamt Imboden bekannt gab.

Viel Geld ans Bein streichen müssen sich vor allem Gläubiger der dritten Klasse, 23,2 Millionen Franken total. Weitere 2,5 Millionen verliert die Erste Bank Österreich, auf 3 Millionen müssen Nachranggläubiger verzichten.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA nannte das Konkursamt jene Gläubiger, welche die grössten Verluste erlitten. Es handelt sich um Axpo Tegra AG, Rhätische Bahn AG, SBB Cargo AG, Stallinger Holding GmbH, Bundesamt für Verkehr, Rhiienergie AG sowie Speditionsfirmen in Österreich und der Schweiz.

Der Kanton Graubünden gehört ebenfalls zu dieser Gruppe und muss knapp 12 Millionen Franken abschreiben, wie beim Amt für Wirtschaft und Tourismus zu erfahren war. Der Gesamtverlust des Kantons beträgt rund 22 Millionen Franken.

Zukunft offen

Zweieinhalb Jahre nach Schliessung der Werktore der ehemals grössten Sägerei der Schweiz, bei der rund 130 Beschäftigte die Arbeit verloren, zeichnet sich noch kein klares Bild über die Zukunft des Unternehmens ab.

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Die Zuger Tochterfirma der Tiroler Pfeifer Gruppe ersteigerte für 2 Millionen Franken die Baurechte auf dem Sägerei-Areal sowie die Werkhallen. Vertreter des Tiroler Hauptsitzes erklärten danach die Absicht, die Sägerei zu betreiben, aber in wesentlich kleinerer Dimension. Pro Jahr sollen 300'000 Kubikmeter Rundholz verarbeitet werden.

Die Maschinen des konkursiten Werks holte sich bei der Versteigerung die Klausner Holz Thüringen für rund 20 Millionen Franken. Die Anlagen sind inzwischen abgebaut und -transportiert worden.

(tno/jev/sda)