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Übernahme
Saint-Gobain: Bei Sika-Kauf 100 Millionen sparen

Saint-Gobain: Die Franzosen sehen 100 Millionen an Einsparungen. Keystone

Kauft der französische Konzern Saint-Gobain die Schweizer Sika-Werke, sparen die Franzosen bis 100 Millionen Euro ein. In der Schweiz sind keine Restrukturierungen geplant.

Veröffentlicht am 25.02.2015

Der französische Saint-Gobain-Konzern bekräftigt, dass er im zweiten Semester die Kontrolle beim Schweizer Bauchemie-Hersteller Sika übernehmen will. « Saint-Gobain wünscht, die Entwicklung der Gesellschaft mit Respekt gegenüber der Firmenkultur fortzuführen», teilte das Unternehmen am Mittwochabend im Rahmen seines Jahresabschlusses mit.

Saint-Gobain bezifferte ausserdem die Höhe der Synergien, den der Deal bringen soll. Ab 2017 sei mit einem jährlichen Betrag von 100 Millionen Euro zu rechnen, ab 2019 sogar mit 180 Millionen Euro, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist: «Angesichts der Komplementarität der Aktivitäten von Sika und gewisser Bereiche von Saint-Gobain wird das Vorhaben zahlreiche Wachstumssynergien erzeugen.»

Kampf dürfte juristisch entschieden werden

Hinsichtlich der juristischen Auseinandersetzung, auf welche der Konflikt um den Verkauf der Sika-Aktien der Gründerfamilie derzeit herauszulaufen scheint, äusserte sich de Calendar nur am Rande. Der Konflikt sei ein Thema zwischen der Familie Burkard und einem Teil des Verwaltungsrats. Die Positionen der Familie seien dabei rechtlich absolut solide.

Die Familie Burkard hatte Anfang Dezember angekündigt, sie verkaufe ihre Anteile an Sika und damit die Kontrolle über das Unternehmen an die französische Konkurrentin Saint-Gobain. Die Erben der Firmengründer halten derzeit 16,4 Prozent des Kapitals, verfügen aber über eine Stimmenmehrheit.

Da Saint-Gobain den übrigen Aktionären kein Kaufangebot unterbreitet hatte und das Sika-Management nichts vom Verkauf des Unternehmens wusste, ist es zu einem öffentlichen ausgetragenen Übernahmekampf um Sika gekommen. Entschieden werden dürfte der Kampf schliesslich auf dem juristischem Parkett. Saint-Gobain rechnet derweil nach eigenen Angaben weiterhin mit einem Kauf des Aktienpakets in der zweiten Jahreshälfte.

(sda/chb)

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