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Salt macht mit Stellenabbau weiter

Mobilfunkanbieter Salt will sich zunehmend auf KMU-Kunden fokussieren. Dem Umbau fallen 20 Stellen zum Opfer, darunter Schlüsselpersonen. Die Stimmung im Unternehmen sei miserabel.

Veröffentlicht am 03.11.2016

Der Aderlass bei Salt geht weiter: Der drittgrösste Mobilfunkanbieter der Schweiz baut rund 20 Stellen ab, die durch Optimierungen und die Zusammenlegung der Geschäftskundensparte mit der Privatkundensparte überzählig werden.

Die Leiterin der Geschäftskundensparte, Britta Reinhardt, werde das Unternehmen bis Ende Jahr verlassen, schrieb das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» am Donnerstag in einem Vorabdruck unter Berufung auf ein internes Mail von Salt-Chef Andreas Schönenberger. Die Führung der neu zusammengelegten Sparte werde Verkaufschefin Claudia Bernath übernehmen, hiess es in dem Mail, das auch der Nachrichtenagentur sda vorliegt.

Fokus auf KMU-Kunden

Salt wolle sich zunehmend auf KMU-Kunden konzentrieren. Mit der Zusammenlegung erreiche man eine höhere Standardisierung und Vereinfachung der Abläufe.

Die vom Abbau betroffenen Mitarbeiter erhielten eine finanzielle Kompensation und externe Hilfe bei der Suche nach einem neuen Job, schrieb Schönenberger weiter.

Exodus bei Führungsriege

Reinhardt ist nicht der einzige Abgang im Topmanagement. Auch Kundendienstchef Madjid Osmani scheide aus, hiess es in dem Mail. Seine Funktion übernehme vorübergehend Stefano Orlando.

Bereits im vergangenen Jahr war es nach dem Verkauf von Salt an den französischen Telekomunternehmer Xavier Niel zu einem Exodus in der Geschäftsleitung gekommen. Im Dezember warf auch noch Salt-Chef Johan Andsjö das Handtuch und verliess das Unternehmen per sofort. Seine Nachfolge trat der ehemalige Google-Schweiz-Chef Schönenberger Mitte März 2016 an.

Miserable Stimmung

Angesichts von Umsatz- und Gewinnrückgang im vergangenen Jahr trat Salt auf die Kostenbremse und strich Arbeitsplätze. Die Zahl der Vollzeitstellen ging um 60 auf 833 per Ende Dezember 2015 zurück. Der Abbau ging auch im laufenden Jahr weiter. Ende Juni 2016 hatte Salt noch 775 Vollzeitjobs. Die Stimmung im Unternehmen soll miserabel sein, wie man hört.

Die harten Massnahmen zahlten sich aus: Die Personalkosten konnte Salt im ersten Semester 2016 um über ein Viertel drücken. Trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs um 14,2 Prozent auf 549,2 Millionen Franken, nahm der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) um 2,9 Prozent auf 209,5 Millionen Franken zu.

Mit Kundenverlust

Darin sind allerdings die Kosten für die Benutzung der Marke Orange vor dem Namenwechsel im April 2015 sowie der Aufwand für die Umbenennung des Unternehmens in Salt nicht enthalten, die im Vorjahr aufs Resultat gedrückt hatten. Rechnet man diese dazu, hätte der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) um 27,5 Prozent zugelegt.

Allerdings ist die Geschäftsgrundlage kleiner geworden. In den vergangenen zwölf Monaten hat Salt 11 Prozent der Kunden verloren. Die Prepaidkunden wanderten in Scharen ab (minus 27 Prozent), während die Zahl der lukrativeren Abokunden leicht um 2,4 Prozent zunahm. Ende Juni telefonierten noch 1,9 Millionen Menschen mit Salt.

(sda/jfr/chb)

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