Die Staatsanwaltschaft in Südkorea fordert in der Korruptionsaffäre bei Samsung zwölf Jahre Haft für den Vizepräsidenten des Smartphone-Herstellers. Lee Jae Yong ist seit Februar in Gewahrsam. Ihm wird Bestechung vorgeworfen, was er allerdings bestreitet.

Der 49-Jährige sei der «ultimative Begünstigte» der Straftaten in der Korruptionsaffäre gewesen, erklärte die Staatsanwaltschaft am Montag. Für drei Mitangeklagte forderte sie Haftstrafen zwischen sieben und zehn Jahren.

Urteil noch im August

Lee soll Schmiergeld in Millionenhöhe gezahlt haben, um die Zustimmung der Regierung zu einer wichtigen Fusion innerhalb der Samsung-Gruppe zu bekommen. Das Geld ging an Organisationen einer Freundin der mittlerweile abgesetzten Präsidentin Park Geun Hye. Das zuständige Gericht dürfte noch im August eine Entscheidung fällen.

Hintergrund des Falls ist das Ringen um die Erbfolge in der Samsung-Gruppe. Diese wird von Lee geführt, seit sein Vater Lee Kun Hee 2014 durch einen Herzinfarkt ausser Gefecht gesetzt wurde. Um die Macht der Familie in Zukunft zu festigen, hat der Enkel des Firmengründers einen Umbau in die Wege geleitet. Wichtiger Bestandteil war dabei die Firmenfusion innerhalb der Gruppe, die nun auf ihn zurückfällt.

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Ex-Präsidentin vor Gericht

Der früheren Präsidentin Park wird derweil vorgeworfen, namhafte südkoreanische Unternehmen unter Druck gesetzt zu haben, damit diese hohe Summen an Stiftungen aus ihrem Umfeld zahlen. Sie steht inzwischen selbst wegen Korruption vor Gericht.

(sda/gku)