Samsung zieht die Notbremse und stellt die Produktion des Galaxy Note 7 ein. Zuvor hatte Samsung bereits den Verkauf des problematischen Smartphones gestoppt. Auch bei neuen Versionen konnte das Problem, dass der Akku überhitzen und anfangen kann zu brennen, nicht behoben werden. Ein Schweizer Smartphone-Experte warnt: Die Hersteller täten gut daran, das Samsung-Debakel ernst zu nehmen und ihre Forschungen im Bereich der Batterietechnologie zu verstärken

Denn: «Samsungs Rückzug des Galaxy Note 7 zeigt die Achillesferse moderner Geräte: den Akku», urteilt Jean-Claude Frick, Digitalexperte des Schweizer Vergleichsdienstes Comparis. Die Energie in den Akkus könne schnell ausser Kontrolle geraten.

Samsung-Aktie brach am Dienstag um 8 Prozent ein

Das Problem: Moderne Komponenten wie Kamerasensoren, hochauflösende Displays und schnelle Prozessoren saugen immer stärker am Akku. «Die Akku-Technologie hinkt dieser Entwicklung aber hinterher», so Frick. So könnten weder die chemischen Prozesse in den Batterien noch die Kapazitäten beliebig verbessert und gesteigert werden.

Das Smartphone von Samsung war erst im August auf den Markt gekommen. Die ersten 2,5 Millionen Auslieferungen waren zurückgezogen worden, nachdem Akkus zu brennen anfingen. Der Aktienkurs von Samsung war am Dienstag zuvor um 8,0 Prozent eingebrochen. Damit verlor das Unternehmen umgerechnet 15 Milliarden Euro an Marktwert.

Anzeige

Samsung senkt Gewinnprognose

Wegen des Desasters rechnet der Konzern auch mit weniger Gewinn: Im dritten Quartal dürfte nach Angaben vom Mittwoch das Ergebnis bei umgerechnet 4,6 Milliarden Franken (5,2 Billionen Won) liegen, das sind zwei Drittel dessen, was das Unternehmen zuletzt angenommen hatte.

(moh, mit Bloomberg)