Der Pharmakonzern Novartis hat in den USA einen Teilsieg erzielt. Wie das «Wall Street Journal» (WSJ) berichtet, hat ein Gericht der Generika-Tochter Sandoz erlaubt, ab dem 2. September das Nachahmerprodukt Zarxio zu verkaufen. Im Mai erst hatte ein US-Berufungsgericht die Vermarktung des Mittels auf Antrag des US-Konzerns Amgen verboten.

Allerdings dürfte die aktuelle Entscheidung erneut durch Amgen mit weiteren Einsprüchen unterbunden werden, heisst es in dem Bericht weiter. Bei Zarxio (Filgrastim) handelt es sich um einen von Sandoz entwickelten Biosimilar für das Originalpräparat Neupogen von Amgen. Beide Medikamente stimulieren die Produktion von weissen Blutkörperchen und werden zur Behandlung von Krebspatienten eingesetzt.

Wichtiger Justizstreit

Dem Rechtsstreit zwischen den beiden Unternehmen wird grosse Bedeutung beigemessen. Er gilt als Präzedenzfall für die Einführung von Biosimilars und wie die Hersteller des Originalmittels die Einführung eines solchen Nachahmerproduktes möglicherweise hinauszögern können. Denn auch wenn Sandoz vom Gericht nun die Erlaubnis für den Verkauf von Zarxio erhalte, so habe das Gericht zugleich festgelegt, dass der Anbieter eines Biosimilars sechs Monate warten müsse, bevor er sein günstigeres Nachahmerprodukt auf den Markt bringen könne.

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Damit hat das Gericht den Herstellern der Originalpräparate zumindest etwas Zeit gekauft. Für die Pharmabranche stellen diese Nachahmerprodukte eine Herausforderung dar, da sie in der Regel deutlich günstiger sind als die Originalmedikamente. Wie das «WSJ» schreibt, könnten Biosimilars alleine in den USA in der nächsten Dekade zu Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen von 44 Milliarden US-Dollar führen.

(awp/ise)