Die Aktien der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse haben am Donnerstagvormittag ein Kursfeuerwerk gestartet. Händler führen dies auf darauf zurück, dass die Anleger derzeit eine Verbesserung des regulatorischen Umfelds in den USA aufgrund der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten erwarten.

Die Valoren von UBS und Credit Suisse, die bereits am Vortag mit überdurchschnittlichen Avancen aus dem Handel gingen, gewinnen am Donnerstag bei überdurchschnittlichen Volumen bis gegen 10.25 Uhr 7,6 Prozent auf 15,11 Franken respektive 7,2 Prozent auf 13,93 Franken. Der Gesamtmarkt SMI legt derweilen 0,93 Prozent zu. Beide Valoren wurden am Donnerstag laut Händlern vom US-Broker Keefe Bruyette & Woods (KBW) auf Outperform hochgestuft.

Trump ganz sanft

Die beiden Grossbanken seien während der Regierungszeit von Barack Obama mit hohen Bussen angefasst worden, sagte ein Händler. Derzeit gehe die Meinung um, dass der neue Präsident Donald Trump diesbezüglich etwas weniger hart vorgehen könnte. Setze er Aussagen, die er während des Wahlkampfs gemachte habe, in die Tat um, könnte er zudem den sogenannten Dodd-Frank-Act kippen, der 2010 als Reaktion auf die Finanzkrise von einer demokratischen Mehrheit im Kongress verabschiedet worden war.

Mit diesem Gesetz sollte die Bankenbranche risikoresistenter gemacht werden. Laut dem Wall Street Journal (Ausgabe 9. November) soll Trump dieses Gesetz dafür verantwortlich machen, dass die Banken die Amerikaner nicht mit genügenden Krediten versorgen.

Gebeutelte Banken

Der Markt scheine derzeit dieses Szenario zu spielen – ob aber eine regulatorische Lockerung aus Sicht von Aktien- und Anleiheinhaber auf lange Sicht besser wäre, sei zu bezweifeln, meinte ein Analyst. Am generell schwierigen Umfeld habe sich fundamental nichts geändert, auch wenn derzeit damit gerechnet werde, dass die Zinsen längerfristig steigen werden.

Die aktuelle Rally der Bankenaktien müsse aber auch im Zusammenhang mit der bisherigen Kursentwicklung im laufenden Jahr gesehen werden, so der Händler. In den Valoren, insbesondere in jenen der Credit Suisse, sei es bis Mitte Jahr zu einem richtigen Ausverkauf gekommen. Auch nach der aktuellen Erholung betrage das Minus im Gesamtjahr noch immer rund 35 Prozent bei den Credit Suisse- und 23 Prozent den UBS-Aktien. Die aktuelle Rally könnte daher auch einfach eine Erholung in einem schwachen Jahresverlauf zum Jahresende hin sein, wie das ähnlich im Vorjahr schon der Fall gewesen sei.

(awp/ise/mbü)

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