Wenn selbst gesunde Pensionskassen von der Finanzkrise zerzaust werden, dann wird es für bereits angeschlagene Vorsorgeeinrichtungen erst recht eng. So für die Pensionskasse SBB, über deren Sanierung dieser Tage im Parlament diskutiert wird. Ende 2007 lag ihr Deckungsgrad (siehe unten) bei 92,4%. Wegen der Finanzmarkt-turbulenzen liegt die Kennzahl nun noch tiefer, wie PK-SBB-Geschäftsführer Rudolf Stampfli bestätigt: «Ende September betrug der Deckungsgrad 85,3%.»

Zahlen die Versicherten?

Das sind schlechte Nachrichten nicht nur für die Bähnler, sondern auch für den Bund. Dieser hat noch letzten Juni vier Sanierungsvarianten in die Vernehmlassung geschickt, die ihn bis zu 3,17 Mrd Fr. kosten können. Inzwischen haben sich aber die Vorzeichen geändert. Wird wegen der Finanzkrise von einer zehnprozentigen Wertminderung auf dem SBB-PK-Vermögen von 12 Mrd Fr. ausgegangen, betragen die Verluste 2008 rund 1 Mrd Fr. Stampfli beschwichtigt zwar, dass die Variante von 3,17 Mrd Fr. die Kriterien für eine vollständige Gründungsfinanzierung weiterhin erfülle. Die wegen der Finanzkrise zusätzlich entstandene Unterdeckung und die damit verbundenen allfälligen Sanierungsbeiträge seien durch die angeschlossenen Arbeitgeber und die aktiven Versicherten aufzubringen. Doch dass diese gegen solche Belastungen politisch Druck machen werden, steht so gut wie fest. Wohl auch deshalb heisst es bei der PK SBB auch weiterhin: Das Ganze halt! Im September hat der Stiftungsrat beschlossen, bis zum Entscheid des Bundesrats 2009 von allen Sanierungsmassnahmen abzusehen.

Klaffende Lücke bei Ascoop

Doch auch später wird die Lage verzwickt bleiben, gerade für den Bund. Denn kommt er der PK SBB zu Hilfe, schafft er einen Präzedenzfall für die Pensionskasse Ascoop, welcher Bahnbetriebe wie die BLS angeschlossen sind. Ascoop-Direktor Urs Niklaus zufolge liegt der Deckungsgrad bei vielen angeschlossenen Kassen unter 70%. Niklaus warnt: «Die Unternehmungen müssen eine Summe von über 300 Mio Fr. bis Ende 2009 einschiessen, damit das Sanierungskonzept erfüllt werden kann.» Sonst müssten die Arbeitnehmer weitere Opfer bringen. Die Forderungen von Ascoop an den Bund betragen bis zu 1,2 Mrd Fr.

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