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Neuheit
Sanofi schnappt sich Lizenz für inhalierbares Insulin

Zuckerkranke: «Neue therapeutische Möglichkeit» soll Spitzen verdrängen. Keystone

Der französische Pharmakonzern sichert sich für Hunderte Millionen die Lizenz für neuartiges Insulin. Das Medikament soll sich mit einer Art Pfeife inhalieren lassen.

Veröffentlicht am 11.08.2014

Die französische Pharma-Gruppe Sanofi hat sich die Welt-Lizenz für ein neuartiges, inhalierbares Insulin gesichert: Ein entsprechender Exklusiv-Vertrag sei mit dem US-Biotechnologie-Unternehmen MannKind Corporation unterzeichnet worden, gaben beide Firmen bekannt.

Für die Vereinbarung könnte Sanofi insgesamt 925 Millionen Dollar oder umgerechnet rund 690 Millionen Euro zahlen.

«Neue therapeutische Möglichkeit»

Das Medikament namens Afrezza ist der Erklärung der beiden Unternehmen zufolge «ein neues Insulin zum Inhalieren» für die Behandlung von Diabetes vom Typ 1 und 2 für Erwachsene. Es soll in den USA ab 2015 auf den Markt kommen.

Dies sei eine «neue therapeutische Möglichkeit», um Diabetes zu behandeln «ohne täglich mehrfach Spritzen zu brauchen», erklärte Pierre Chancel von Sanofi. Das in einer Art Pfeife angebotene Insulin-Puder soll vor dem Essen inhaliert werden. Gewarnt wird vor einer Verwendung bei chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma.

29 Millionen Diabetiker in den USA

Die Vereinbarung beider Unternehmen sieht vor, dass Sanofi für die Entwicklung und Vermarktung des Medikaments zuständig ist. MannKind produziert Afrezza demnach in seinem Werk in Danbury im Nordosten der USA.

Beide Unternehmen wollen auch zusammenarbeiten, um die Produktion ausweiten zu können, falls die weltweite Nachfrage dies erfordern sollte. Allein in den USA gab es nach offiziellen Angaben im Jahr 2012 mehr als 29 Millionen Diabetiker.

Gewinn und Verluste teilen

MannKind Corporation wird nun eine erste Zahlung von 150 Millionen Dollar von Sanofi erhalten und in der Folge weitere Tranchen, die insgesamt 775 Millionen Dollar ausmachen könnten, wenn die angestrebten Ziele etwa beim Verkauf erreicht werden.

Insgesamt könnten die Zahlungen somit 925 Millionen Dollar erreichen. Gewinne und Verluste wollen sich die Partner teilen, mit einem Anteil von 65 Prozent für Sanofi und 35 Prozent für MannKind.

Diabetes vom Typ 2 macht fast 90 Prozent der Fälle aus und betrifft meist Erwachsene, oft wegen Übergewichts. Die schlimmste Form ist Diabetes vom Typ 1, die häufiger Kinder betrifft. Die grossen Pharma-Gruppen forschen seit Jahren an neuen Möglichkeiten, um Insulin-Spritzen zu ersetzen.

(awp/sda/afp/ama)

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