Nach langem Rechtsstreit gibt Santander-Chef Alfredo Saenz auf: Der 70-Jährige tritt zurück, wie das grösste Geldhaus der Euro-Zone mitteilte. Sein Nachfolger wird Javier Marin, der bisher Geschäftsführer der Bank war. Damit reagiert Saenz auf laufende Ermittlungen der spanischen Notenbank, an deren Ende ein Berufsverbot für den vorbestraften Manager stehen könnte.

Im Februar hatte der Oberste Gerichtshof des Landes einen Straferlass des damaligen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero aus dem Jahr 2011 für Saenz teilweise aufgehoben, damit gilt der Manager wieder als vorbestraft.

Das Gericht befand einstimmig, dass Saenz die Konsequenzen aus seiner Verurteilung aus dem Jahr 2009 wegen falscher Anschuldigungen gegen Kreditnehmer als Chef der Santander-Tochter Banesto im Jahr 1994 tragen müsse.

Nach einem kürzlich geänderten Banken-Gesetz liegt es in der Hand der Notenbank, darüber zu entscheiden, ob Vorbestrafte an der Spitze von Kreditinstituten stehen dürfen. Saenz hatte sich lange gegen seine Verurteilung gewehrt.

(tno/jev/reuters)