Das Baselbieter Pharmaunternehmen Santhera hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2017 zwar kräftig gesteigert. Höheren Kosten für Entwicklung, Marketing und Vertrieb sorgten jedoch für rote Zahlen. Der operativ Verlust weitete sich von 7,2 Millionen Franken auf 21,4 Millionen aus, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich resultierte ein Minus von 22,7 Millionen Franken. Vor Jahresfrist hatte sich der Fehlbetrag noch auf 18,0 Millionen Franken belaufen.

Fortschritte bei der europäischen Markteinführung des bisher einzigen Medikaments Raxone sorgen aber für Zuversicht bei Santhera-Chef Thomas Meier. «Wir sind auf gutem Weg, unsere Ziele für 2017 zu erreichen», wird er in der Mitteilung zitiert. Santheras Ziel, Raxone für Patienten in ganz Europa verfügbar zu machen, schreite mit weiteren Markteinführungen in mehreren Ländern gut voran, schreibt das Unternehmen. Das Medikament wird zurzeit in 17 Ländern verkauft.

Mehr Umsatz mit Raxone

Der Umsatz mit Raxone erhöhte sich im ersten Semester um 51 Prozent 10,9 Millionen Franken. Er beruhte vorwiegend auf Produktverkäufen an Patienten in Deutschland und Frankreich, die an der Augenkrankheit LHON (Leberscher Hereditärer Optikus-Neuropathie) leiden.

In Zukunft will Santhera Raxone auch als Heilmittel für die Muskelkrankheit DMD (Muskeldystrophie Duchenne) vermarkten. Ein entsprechender Zulassungsantrag werde derzeit vom Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur geprüft, heisst es. Eine Stellungnahme werde in Kürze erwartet. Zudem habe die britische Arzneimittelbehörde vor Kurzem eine positive wissenschaftliche Beurteilung für das Medikament für DMD-Patienten mit abnehmender Atmungsfunktion und ohne Kortisonbegleittherapie abgegeben.

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Fit für die Zukunft

Um die Vermarktung von Raxone voranzutreiben, verstärkte Santhera im ersten Halbjahr die Vertriebsorganisation in Europa. Zudem gründete das Unternehmen im Februar eine Tochtergesellschaft im Grossraum Boston, womit es über eine US-Präsenz verfügt.

Weiter hat Santhera im ersten Halbjahr erfolgreich eine Wandelanleihe in der Höhe von 60 Millionen Franken platziert. Dies erlaube es dem Unternehmen, seine strategischen und operativen Pläne umzusetzen, heisst es. Gleichzeitig werte man dies als Zustimmung der Finanzgemeinde zu Santheras Zukunftsaussichten. Die frei verfügbaren flüssigen Mittel beliefen sich per Ende Juni auf 78,0 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen seine Ziele. Es rechnet mit einem Nettoumsatz aus Raxone-Verkäufen von 21 bis 23 Millionen Franken.

(reuters/mbü/gku)