Joachim Strähle, der Konzernchef der Bank Sarasin, wurde im vergangenen Sommer auf einer Ferienreise von den amerikanischen Behörden festgesetzt. Er musste sich in einem Hotel für Befragungen zur Verfügung halten. Nach einer Woche Wartezeit wurde Strähle von Beamten des US-Justizministeriums und der Steuerbehörden befragt.

«Der Sonntag» hatte bereits im vergangenen November Kenntnis von einer Befragung Strähles durch US-Behörden. Doch auf entsprechende Fragen erklärte die Pressestelle damals kategorisch: «Nein, das ist falsch.» Auf eine neuerliche Anfrage nimmt die Pressestelle keine Stellung mehr.

Die Festsetzung ihres Konzernchefs kam für die Basler Privatbank zum dümmsten Moment: Die damalige Muttergesellschaft Rabobank suchte nach einer Käuferin für die Bank Sarasin. Im Vordergrund stand eine Übernahme durch die Bank Julius Bär. Strähle hätte dadurch seinen Job verloren und suchte deshalb nach einer Alternative. Er fand sie bei der Finanzgruppe, die Sarasin samt Strähle übernahm.

Beobachter fragen sich nun allerdings nicht nur, was Strähle in den Befragungen alles offenbart hatte, sondern auch, ob er sich an der Spitze der Bank wird halten können.

(rcv)