Nach dem Spatenstich in Andermatt Ende September ist es um das helvetische Engagement des ägyptischen Unternehmers wieder ruhiger geworden - abgesehen von einem Megaseilbahnprojekt quer über Andermatt, das mittlerweile gescheitert ist und mit dem Samih Sawiris nie etwas zu tun hatte (siehe «Nachgefragt»). Als nächster Meilenstein steht die Grundsteinlegung an, die nach wie vor für den Sommer 2010 vorgesehen ist.

Inzwischen nimmt das Resort von Orascom Development im Urserental bereits vorher weitere Konturen an. Zuerst erhält die Firma dahinter einen neuen Namen: Aus der «Andermatt Alpine Destination Company» (AADC) wird «Andermatt Swiss Alps». Dadurch rücke ins Zentrum, um was es gehe, nämlich um ein integriertes Feriendorf in den Schweizer Bergen, wie Sawiris der «Handelszeitung» sagt. «AADC war zu kompliziert. Auch ich habe die Abkürzung immer wieder falsch ausgesprochen. Man hat darüber im Büro gewitzelt und mir gesagt: Wenn selbst du den Namen nicht sagen kannst, haben wir ein Problem. Nun haben wir den Namen geändert», so Sawiris. Der dazugehörige neue Internetauftritt www.andermatt-swissalps.com gehe bald online.

Zwei weitere Etappenziele hat sich Sawiris für diesen Frühling vorgenommen, die den Absatz der Wohnungen und Villen begründen sollen: Die Eröffnung eines Showrooms in Zürich und den Verkaufsstart der Immobilien in Andermatt; Letzteres war ursprünglich für diesen Winter geplant. «Ich schätze, dass wir den Showroom demnächst eröffnen», sagt Sawiris, «wir haben mitten in Zürich einen ausgezeichneten Standort gefunden: In der Nähe der Bahnhofstrasse beim Jelmoli.» Genauer gesagt bei der Einfahrt zum Parking des Warenhauses. Es wird dies der zweite Showroom sein. Der erste befindet sich in Andermatt. Er wurde vor einem Jahr eröffnet und verfügt über ein Modell der Anlage im Massstab 1:1000.

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Erstkäufer sollen profitieren

Zu den genauen Immobilienpreisen hält sich Sawiris weiterhin bedeckt. «Wir gehen nicht zu eilig an den Markt, sondern erst, wenn wir sicher sind, dass wir richtig kalkuliert haben.» Die Preise sollen dann kontinuierlich steigen.

Von dieser Entwicklung sollen die ersten Käufer am meisten profitieren. «Die nachhaltige Preissteigerung gehört zu unserem Konzept und ist daher ein wesentliches Element unserer Planung. Das heisst, wir wollen am Anfang nicht zu hoch einsteigen. Dies wäre schädlich für den Markt», sagt Sawiris. Und er lässt durchblicken: «Unsere Angebotspalette reicht von kleineren Wohnungen für einige 100 000 Fr. bis zu luxuriösen Villen für einen zweistelligen Millionenbetrag. Wir wollen eine breite Käuferschaft ansprechen. Es wäre falsch, sich nur auf eine bestimmte Zielgruppe zu konzentrieren.»

Investitionen von 1,5 Milliarden

Die Vision für das Tourismusprojekt in Andermatt entstand im Winter 2005/06. Nach dem Baubeginn diesen Winter sollen die ersten Gäste im Winter 2013/14 begrüsst werden. Total wird das Feriendorf über 1,5 Mrd Fr. kosten. Bislang hat Orascom Development 40 Mio Fr. investiert. Geplant sind der Bau von 6 Hotels, 490 Wohnungen, 20 bis 30 Luxusvillen und einem 18-Loch-Golfplatz.

NACHGEFRAGT

«Es ist nicht wahr, dass ich eine Schwebebahn will»

Samih Sawiris (59) ist CEO und VR-Präsident von Orascom Development mit Sitz in Altdorf UR.

Ein erstes Megaprojekt in Andermatt ist gescheitert: Eine 2900 Meter lange und bis zu 480 Meter hohe Schwebebahn, die die beiden Skigebiete der Region miteinander verbunden hätte. Soweit bekannt, war diese Idee nicht von Ihnen.

Samih Sawiris: Sie stammt wirklich nicht von mir. Ich habe aus der Presse davon erfahren. Wie ich dann herausfand, war es die Idee einer Pistenentwicklungsfirma, die nicht mit uns abgesprochen war. Jemand hat die Idee einer Zeitung erzählt, und diese hat dann ohne Rücksprache mit uns geschrieben, Sawiris wolle diese Bahn. Was eben Unsinn ist.

Wie haben Sie reagiert?

Sawiris: Ich war ziemlich sauer, weil es nicht unser Stil ist, mit Dingen an die Öffentlichkeit zu gehen, die wir mit den Betroffenen nicht abgemacht haben. Sie können sich vorstellen: Genauso wie ich davon überrascht war, waren es auch die Behörden, die Umweltorganisationen und die Bevölkerung von Andermatt.

Also ein Trittbrettfahrer.

Sawiris: Offenbar wollte sich da jemand auf meine Kosten profilieren. Damit es klar ist: Diese Schwebebahn brauchen wir nicht.

Schadet dies Ihrem Vorhaben?

Sawiris: Nein. Wir haben den Betroffenen sofort erklärt, wie die Falschmeldung zustande kam und was unsere Position ist.

Ihr Ziel in diesem Kontext ist es, die beiden benachbarten Skigebiete der Bergbahnen von Andermatt und Sedrun zu einer Skiarena mit einer Liftkarte zu kombinieren.

Sawiris: Das ist klar unser Ziel. Zudem müssen die Infrastrukturen modernisiert werden. Das geht zwar alles nicht von heute auf morgen, aber es wird kommen.

Ist schon eine Lösung in Sicht?

Sawiris: Wir gehen schrittweise vor. Wir investieren zuerst in die Bergbahnen in Sedrun und Andermatt. Danach werden die Gesellschaften zusammengeführt. Wichtig ist, dass die Gäste mit einer Liftkarte von einem Skigebiet ins andere wechseln können.