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SNB-Entscheid
Saxo Bank: «Wir haben dies kommen sehen»

 

Saxo Bank hat die Kunden laut eigenen Angaben schon im September vor einem Franken-Schock gewarnt. Nun will der Devisenhändler sie auf «grössere und extremere Kurzfrist-Schocks» vorbereiten.

Veröffentlicht am 20.01.2015

Es gab Ende vergangenen Jahres Anzeichen, dass die Dinge schlecht enden könnten, sagte der dänische Devisenhändler Saxo Bank A/S, der mit Verlusten aus der plötzlichen Aufhebung der Franken-Deckelung zu kämpfen hat.

«Wir haben dies kommen sehen», erklärte Finanzvorstand Steen Blaafalk in einem Telefon-Interview. «Wir haben Kunden im September gewarnt, als wir die geforderten Sicherheitsleistungen für den Franken erhöht haben.»

«Von Kunden und Konkurrenten kritisiert»

Vor vier Monaten begann Saxo von den Kunden Sicherheitsleistungen in Höhe von 8 Prozent ihrer fremdfinanzierten Franken-Konten zu bilden, seinerzeit ein vierfacher Anstieg. Ausserdem begrenzte die Gesellschaft das Ausleihevolumen um ein Viertel auf 12,5 Prozent.

Blaafalk berichtete, dass Investoren und Händler über die Massnahme erzürnt gewesen seien, weil damals niemand einen Grund sah, sich gegen Verluste aus Handelstransaktionen, die den Schweizer Franken umfassten, abzusichern. «Das wurde von Kunden und Konkurrenten kritisiert», erinnert sich Blaafalk. «Heute würde ich nur wünschen, dass wir es weiter angehoben hätten.»

Ab Mittwoch weitere Rückstellungen

Saxo erklärte, es bestehe ein Risiko, dass sie die durch den Franken-Anstieg verzeichneten Verluste nicht aufholen können. Der Devisenhändler wollte aber nicht sagen, wieviel er in Folge der SNB-Massnahme eingebüsst habe. Die Bank sei weiterhin in der Lage die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen zu erfüllen, erklärte sie.

Ab Mittwoch werden Kunden weitere Rückstellungen gegen mögliche Verluste aus fremdfinanzierten Franken-Konten bilden müssen, wie aus einem Schreiben an Kunden hervorgeht.

«Schweizer Franken war ein Beispiel»

«Wir erwarten einen Paradigmen-Wechsel an den Finanzmärkten», schrieb die Bank. Die zusätzliche Anforderung wird Kunden für «grössere und extremere Kurzfrist-Schocks vorbereiten. Der Schweizer Franken war ein Beispiel. Eine in dieser Woche mögliche Ankündigung der EZB zu einer quantitativen Lockerung und die Wahl in Griechenland» stellten weitere Risiken dar, heisst es weiter.

Die Sicherheitsleistungen zum Schweizer Franken werden am Mittwoch um 16 Uhr Ortszeit Kopenhagen um 15 Prozent angehoben, erklärte Saxo. Die Bank setzte auch die Anforderungen für den Euro, das britische Pfund, den japanischen Yen und den US-Dollar herauf.

(bloomberg/tno)

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