Per Ende Jahr schliesst die Saxo Bank (Switzerland), die Tochter des dänischen Online-Brokers Saxo Bank, die Tore ihres Genfer Sitzes. Stattdessen werden die helvetischen Aktivitäten neu von der Zürcher Filiale aus geleitet, erklärt Soren Mose, CEO der Saxo Bank (Switzerland). «Es handelt sich nicht um eine Sparmassnahme, sondern ist, im Gegenteil, eine Folge der weiteren Expansion der Saxo-Gruppe», erklärt Mose.

Die Saxo-Gruppe übernahm 2007 die Genfer Synthesis Bank und integrierte sie als Schweizer Tochter. Von der Rhonestadt aus wurde in der Folge nicht nur das hiesige Geschäft geführt, die Schweiz diente auch als Brückenkopf zur Betreuung der umliegenden Länder. Allerdings werden die frankophonen Märkte Frankreich und Italien mittlerweile durch lokale Teams vor Ort betreut. So eröffnete die Saxo Bank 2008 eine Niederlassung in Paris und Anfang dieses Jahres eine weitere in Mailand. Während damit die Bedeutung von Genf sinkt, nimmt jene von Zürich zu: Von diesem Standort aus wird nämlich der wachsende deutsche Markt betreut.

Wie wichtig es ist, auch im Online-Zeitalter physisch auf dem Zürcher Finanzplatz präsent zu sein, lässt sich daran ersehen, dass die Mitbewerberin Swissquote kürzlich eine Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse eröffnet hat. Swissquote hat zudem vergangene Woche rekordhohe 3.-Quartals-Zahlen publiziert. Darüber, wie andererseits die Saxo Bank ertragsmässig unterwegs ist, macht die privat gehaltene Saxo-Gruppe keine Angaben; der Sponsor von Fabian Cancellaras Radteam veröffentlicht nur Semesterzahlen. Im 1. Halbjahr drittelte sich der Gewinn auf umgerechnet rund 11 Mio Fr. Im 2. Semester dürfte sich die Gewinnlage dank des deutlich aufgehellten Börsenumfelds verbessert haben.

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