Das Defizit von SBB Cargo ist viel höher als bisher angenommen. Es liegt bei 80 Millionen Franken. Letztes Jahr hatte die SBB-Spitze noch von 20 Millionen Franken gesprochen. Nun denkt sie daran, dass der Bund unrentable Angebote im Güterverkehr bestellt - und bezahlt.

"Es ist wirklich dramatischer, als man es sich vorstellte", sagte SBB-Sprecher Reto Kormann am Mittwoch. Er bestätigte einen Bericht von "Tages-Anzeiger" und "Bund", wonach der schwache Euro, die stagnierende Nachfrage und die steigenden Trassenpreise schuld seien an dem Defizit.

SBB Cargo nehme 20 Prozent der Erträge in Euro ein, während die Kosten fast ausschliesslich in Franken anfielen. Zudem seien nach den Schliessungen der Grosssägerei in Domat/Ems GR und der Papierfabrik Biberist SO zwei bedeutende Kunden weggefallen.

Um die fehlenden 80 Millionen Franken hereinzuholen, müsse man nun über eine Abgeltung gewisser unrentabler Leistungen durch den Bund nachdenken, sagte Kormann. "Wir müssen wissen, welcher Güterverkehr zu welchem Preis erwünscht wird."

(rcv/laf/awp)