Unter den sechs Mitgliedern der X-Rail-Allianz befinden sich auch direkte Konkurrenten von SBB Cargo: Neben SBB Cargo beteiligen sich die deutsche Railion, SNCF, Rail Cargo Austria, Green Cargo, und B-Cargo an dem Projekt. Ziel des Projektes ist es, die Qualität im europäischen Wagenladungsverkehr zu steigern. «In diesem Jahr laufen Tests auf ausgewählten Strecken, gemäss Plan soll die Allianz 2009 an den Start gehen», sagte SBB-Chef Andreas Meyer an einer Tagung von «Euroforum» in Zürich.

Für Meyer ist klar: Die Schiene hat erst einen Kostenvorteil ab 200 bis 300 km. Weiter: «Wir brauchen die Zusammenarbeit mit europäischen Bahnen.» Entsprechend hat er auch keine Berührungsängste, wenn es um die Kooperation mit der direkten Konkurrentin Railion, der Gütertochter der Deutschen Bahn und Partnerin der BLS Cargo, geht. Wenig zu beeindrucken scheint Meyer auch, dass Railion erst kürzlich in den Wagenladungsverkehr in der Schweiz eingestiegen ist, obwohl aus Sicht von Experten schon ein Netz nur mit Mühe selbsttragend betrieben werden kann.

Die Allianz ist auch brisant, weil Railion in der Branche verdächtigt wird, im Schweizer Wagenladungsverkehr Rosinen zu picken, wie es angeblich auch SBB Cargo in Deutschland tun soll. Welchen Beitrag X-Rail leisten soll, um die defizitäre SBB Cargo wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen, war nicht zu erfahren. «Da die Projektarbeiten derzeit auf Hochtouren laufen, können wir noch keine detaillierten Angaben machen», sagt SBB-Sprecher Roland Binz.

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Auf die Suche nach einem ausländischen Kooperationspartner für den internationalen Cargoverkehr, welche bis Ende Jahr abgeschlossen sein soll, hat X-Rail keinen Einfluss. Zur Sanierung von SBB Cargo schrieben die SBB einen Konzeptwettbewerb aus. Derzeit selektionieren sie externe Fachleute, die ihnen bei der Definition einer künftigen Strategie helfen sollen.